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Caroline und Fritz über ihre Ausbildung zum/r Rettungssanitäter:in

Jedes Jahr begeistern sich mehr und mehr Menschen für das Rote Kreuz und wollen sich hier freiwillig engagieren. Genau diesen Gedanken hatten auch eine Betriebswirtschaftsstudentin und ein pensionierter Radiologe und Notarzt der Bergrettung. Caroline und Fritz begannen im Herbst 2019 bei uns an der Dienststelle ihre Ausbildung zum/r Rettungssanitäter:in, welche 100 Theorie- und 160 Praxisstunden umfasst. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung haben sie uns davon im Interview berichtet. 
 

16.11.2021   |   Verfasst von M. Böhm

Warum hast du dich dazu entschieden dich im Rettungsdienst freiwillig zu engagieren?

Caroline: „Vor dem Beginn der Ausbildung wäre ich nie freiwillig in ein Rettungsauto gestiegen, aber da ich einige Rettungssanitäter in meinem Freundeskreis habe, entschied ich mich doch irgendwann einen Schnupperdienst zu machen. Ich war wirklich überrascht, wie spannend ein Dienst sein kann und von da an war ich begeistert und wollte die Ausbildung unbedingt machen.“

Fritz: „Der Wunsch, anderen zu helfen, begleitete mich stets als Arzt. Es ist mir in meinem Beruf als Leiter eines Institutes im Krankenhaus sehr gut gegangen [Fritz leitete das Institut der Radiologie am LKH West] und ich konnte meine Ziele und Vorstellungen weitgehend umsetzen. Daher möchte ich der Gesellschaft auch etwas zurückgeben.“

 

Wie hast du deinen ersten Dienst bei uns in Erinnerung?

Caroline: „Ich war definitiv aufgeregt, es war aber auch viel Vorfreude dabei. Man versucht als ganz neuer Praktikant im ersten Dienst alles, was man sieht und hört aufzusaugen, um es irgendwann selbst umzusetzen. Ich weiß noch, dass mich sehr viele Leute aus der Partie gefragt haben, wie ich zum Roten Kreuz gekommen bin - wie gesagt, eigentlich durch den Freundeskreis. Ich habe mich dann sehr schnell sehr gut mit den KollegInnen aus meiner Partie verstanden. Inzwischen habe ich viele Freundschaften geschlossen und bin wirklich froh, dass ich mich für diese Dienstgruppe entschieden habe.“

Fritz: „Ich war voller Erwartungen und hatte meinen ersten Dienst zusammen mit meinen beiden Mentoren; sie führten mich gut in den Dienst ein und begleiteten mich durch die lange Nacht. Es gab viele Einsätze, bei denen wir Menschen wirklich helfen konnten. Über manche medizinisch nicht notwendigen Einsätze, bei denen das Rote Kreuz quasi als Taxi „missbraucht“ wurde, habe ich mich gewundert. Ich kam in vermüllte Wohnungen verwahrloster und zum Teil hilfloser Menschen. Diese Teile unserer Gesellschaft sind nicht sichtbar, nicht präsent. Es ist schwer für mich, nach Dienstschluss abzuschalten und es sich in der eigenen sauberen und gepflegten Welt gemütlich zu machen.“

 

Was waren deine Eindrücke von der Ausbildung? Fühlst du dich nun gut vorbereitet?

Caroline: „Beim zweiten großen Ausbildungsblock im Sommer war sehr viel Theorie dabei, eine neue Herausforderung also. Dennoch war es aber auch irrsinnig spannend. Man bekommt ein Grundverständnis, wie unser Körper funktioniert und kann dementsprechend danach ganz anders mit den Patienten reden.

Die Prüfungsvorbereitung war spitze. Ich fühlte mich sehr gut unterstützt, sowohl vom Schulungsteam als auch von den Partie-internen Praktikantenbeauftragten. Wenn man eine Frage hatte, gab es immer jemanden, der sie beantwortet hat.

Wir konnten alle möglichen Szenarien üben, wenn notwendig auch öfter, bis es richtig saß, um so mit einem guten Gefühl zur Prüfung gehen zu können und dann auch für das „echte Leben“ als Sani vorbereitet zu sein.“

Fritz: „Ich habe beim Roten Kreuz eine fundierte und gut strukturierte Ausbildung erfahren. Das Ausbildungsteam der Dienstgruppe arbeitet engagiert und empathisch und ich fühle mich gut aufgenommen. Da das Sanitätswesen im Medizinstudium kaum vermittelt wurde, erlerne ich nach 40 Berufsjahren als Arzt mit jüngeren Kollegen und Kolleginnen die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten eines/r Rettungssanitäters/in.

Die Ausbildungswochenenden waren sehr lehrreich. Spaß und Scherz haben in unserer homogenen amikalen Praktikantengruppe nie gefehlt. Kollegialität wird eindrucksvoll gelebt, denn letztlich muss man sich in der Tätigkeit als Sanitäter stets aufeinander verlassen können.

Die Motivation unter den TeilnehmerInnen der SanitäterInnenausbildung ist beeindruckend.“

 

Wie hat deine Familie reagiert, als du beschlossen hast, die Ausbildung zum Rettungssanitäter zu machen?

Caroline: „Sie waren von Anfang an eigentlich dafür. Immerhin sind es Erfahrungen, an denen man wachsen kann und die einem niemand mehr wegnehmen kann. Viele Menschen sind überrascht, wenn man sagt, dass man so etwas freiwillig macht, aber es war definitiv eine sehr gute Entscheidung, die ich immer wieder treffen würde.“

Fritz: „Meine Familie hat durchwegs positiv auf meinen Wunsch, freiwillig beim RK zu arbeiten, reagiert. Ich kann diesen Schritt jedem empfehlen, dem der Wunsch, etwas für die Gemeinschaft beizutragen am Herzen liegt. Die Tätigkeit kann erfüllend sein und man kann mit seiner selbst gewählten Aufgabe in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Dienstgruppe persönlich und menschlich profitieren.“

 

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