Ein gutes Team - privat als auch im Ehrenamt
Pia und Stefan sind nicht nur zu Hause ein gutes Team, sondern seit März 2020 beinahe jeden Samstag gemeinsam im Einsatz bei der Team Österreich Tafel. Sie erzählen, wie sie zum Roten Kreuz gekommen sind und damit einer wertvollen, ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen.
18.03.2021 | Verfasst von S. Wiederschwinger
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Seit wann seid ihr beide ehrenamtlich bei der Team Österreich Tafel dabei?
Pia und Stefan: Wir sind erst zu Beginn des letzten Jahres zusammen nach Graz gekommen und haben schon vorher beschlossen, uns in irgendeiner Weise ehrenamtlich zu engagieren. Als wir dann über die Medien vom Team Österreich erfahren haben, haben wir uns dort angemeldet, das war etwa Ende März letzten Jahres.
Wie habt ihr den ersten Lockdown erlebt? Was war ausschlaggebend um euch beim Team Österreich anzumelden und dann freiwillig beim Roten Kreuz zu engagieren?
Pia und Stefan: Der erste Lockdown war geprägt von Ungewissheit aber andererseits auch von starkem Zusammenhalt. Der Wunsch helfen zu können, wo unsere Hilfe gebraucht wird, war dadurch natürlich umso größer. Nach unserer Anmeldung beim Team Österreich wurden wir recht rasch kontaktiert und gefragt, ob wir bei der Team Österreich Tafel mithelfen könnten, da sagten wir dann natürlich zu.
Wie habt ihr eure ersten Dienste bei der Team Österreich Tafel empfunden? Welche Eindrücke sind euch in Erinnerung geblieben?
Pia und Stefan: Die ersten Dienste waren spannend und aufregend. Wir wussten zwar schon im Vorfeld, dass wir beim Sortieren und Verpacken von Lebensmitteln gebraucht werden, wie jedoch der genaue Ablauf sein wird, war vollkommen neu.
Zum damaligen Zeitpunkt wurden generell bei der Team Österreich Tafel alle Abläufe umgeplant, um die Lebensmittelausgabe „Corona konform“ zu gestalten. Sprich, für alle Beteiligten war es eine neue Situation. Wir konnten daher irrsinnig viele Eindrücke sammeln und bewunderten, wie es auch in Krisensituationen möglich ist, als Team gemeinsam zu funktionieren und neue Herausforderungen zu meistern.
Was uns auch beeindruckte, ist die Menge an Nahrungsmitteln, die von den Lebensmittelgeschäften und lokalen Produzenten gespendet wird. Einerseits ist es notwendig, da viele Familien diese Lebensmittel so dringend brauchen, auf der anderen Seite hat man aber im Hinterkopf: „Was würde mit den Produkten passieren, wenn sie nicht an die Team Österreich Tafel gespendet werden würden?“. Hier prallen „Mangel“ und „Überfluss“ aneinander. Als Team hier einen Ausgleich schaffen zu können - das ist, was uns jeden Dienst aufs Neue vorantreibt!
Nach einigen Diensten bei der Team Österreich Tafel habt ihr beschlossen freiwillige Mitarbeiter_innen beim Roten Kreuz Graz-Stadt zu werden. Was hat euch dazu bewogen beim Roten Kreuz zu bleiben?
Pia und Stefan: Die Arbeit bei der Team Österreich Tafel hat einfach Spaß gemacht. Man hat das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und es war auch lustig innerhalb des Teams zu arbeiten.
Momentan seid ihr beiden beinahe jedes Wochenende gemeinsam im Einsatz. Was sind eure Aufgabengebiete derzeit? Wie würdet ihr den „Tafel – Alltag“ beschreiben?
Pia: Vorwiegend sind wir im Bereich „Kühlwaren“ tätig. Wenn unsere Kolleg:innen von der Lebensmittelabholung zurückkommen, bekommen wir Schachteln voller Kühlprodukte, diese sortieren wir dann nach Warengruppen. Anschließend werden die Kühlprodukte, Brot, Getränke, Obst und Gemüse wieder verpackt, sodass diese Lebensmittelpakete dann an die Kund:innen ausgegeben werden können. Dabei wird darauf geachtet, dass für alle Kund:innen gleich große Pakete verpackt werden.
Stefan: Manchmal bin ich auch als Fahrer im Einsatz und hole die Lebensmittelspenden bei den Geschäften ab, um diese dann zur Ausgabestelle zu bringen, wo sie anschließend, wie Pia schon erwähnt hat, sortiert und wieder verpackt werden.
Wolltet ihr von Anfang an gemeinsam einer Freiwilligentätigkeit nachgehen?
Pia und Stefan: Ursprünglich war es nicht unser Vorsatz, eine Ehrenamtstätigkeit als Paar auszuüben, das hat sich ehrlicherweise ganz zufällig ergeben. Aber wir sind ein gut eingespieltes Team, privat als auch im Ehrenamt!
Was nehmt ihr aus eurer Freiwilligentätigkeit mit? Was bleibt am Ende nach einem Wochenende?
Pia: Ich habe immer das Gefühl, einen wertvollen Beitrag geleistet zu haben, sei er noch so klein. Wenn ich Teil einer Gesellschaft bin, gehört es meiner Meinung nach dazu auch auf andere zu schauen.
Stefan: Ich allein kann die Welt nicht retten, aber zumindest einen kleinen Betrag leisten, um sie zumindest ein Stück weit besser zu machen.
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Kathrin Schwarz
Bezirksstelle Graz-Stadt
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