Von 8% Überlebenschance zurück mitten ins Leben –3 Jahre danach kommt es zum emotionalen Wiedersehen mit den Lebensrettern von damals
Ohne jegliche Anzeichen und völlig überraschend brach Herr S. am 22. Juli 2019 auf dem Fahrrad mit plötzlichem Herzstillstand einfach zusammen. Ob er zurück ins Leben findet, war auch 10 Tage danach noch unklar. Dass er heute wieder mitten im Leben steht, verdankt er den beherzten Ersthelfer:innen und der reibungslosen Rettungskette. Vor wenigen Tagen gab es, genau 3 Jahre nach dem Vorfall, ein Wiedersehen mit der damaligen Rettungsmannschaft an der Bezirksstelle.
22.07.2022 I Verfasst von A. Danglmaier
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Bis in die frühen Abendstunden war der 22. Juli 2019 ein schöner, aber recht gewöhnlicher Tag. Nur wenig später erlitt Herr S. einen Herzstillstand und stürzte zu Boden. Eine aufmerksame Passantin zögerte keine Sekunde, setzte die Rettungskette in Gang und leistete mit weiteren Helfern vorbildlich Erste-Hilfe. So haben sie gemeinsam wahre Zivilcourage bewiesen und absolut richtig gehandelt. Denn der größte Fehler ist es, wegzuschauen und nichts zu tun. Nur wenige Minuten darauf traf unsere Mannschaft als Erste am Einsatzort ein. Sofort übernahmen sie die Wiederbelebung und die weitere medizinische Versorgung des Patienten. Nach über 30 min gelang es den NotfallsanitäterInnen Raphaela L., Lukas B. und Rene P. gemeinsam mit dem anwesenden Notarzt schließlich, den Patienten erfolgreich zu reanimieren. Im Krankenhaus angekommen, wurde er vorerst ins Koma versetzt, seine Chance aufzuwachen wurde da auf gerade mal 8% geschätzt. Am elften Tag danach dann die Erleichterung: Nach zwei gescheiterten Versuchen wurde Herr S. erfolgreich aus dem künstlichen Tiefschlaf zurückgeholt.
Nun, genau 3 Jahre später, wurde die Dienstmannschaft an diesen erfolgreichen Einsatz erinnert: Herr S. kam an die Rotkreuz-Bezirksstelle, um sich bei der Mannschaft zu bedanken.
„Mir war es ein Anliegen, mich persönlich zu bedanken, denn ihre ehrenamtliche Arbeit ist nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, wie viel Herzblut und Emotion auch mit diesem Engagement verbunden sind. Heute kann ich dank der beherzten Ersthelfer:innen und der Rettungskräfte sagen, dass sie nicht nur mein Leben, sondern auch eine Familie gerettet haben“, so Herr S.
Beim gemeinsamen Treffen haben sie nun darüber gesprochen, welch großes Glück er gehabt hat und das sowohl die Rettungskette, die Erste-Hilfe als auch die Zusammenarbeit so perfekt funktioniert haben. Für die Rettungsdienstmannschaft ist das Wiedersehen ebenso eine große Freude. Denn auch für sie ist es ein ganz besonderes Gefühl zu sehen, wie gut es dem Patienten nach so einem schwerwiegenden Einsatz wieder geht und dass sich ihre harte Arbeit und ihr Engagement lohnen.
Eines, dessen sich Herr S. seit diesem Vorfall auf alle Fälle viel bewusster ist: „Das Schicksal kann jeden treffen. Deshalb muss man jeden Tag genießen und wertschätzen, denn der nächste Tag ist bereits wieder ein Geschenk.“
Abschließend ist es sowohl Herrn S. als auch uns, als das Rote Kreuz ein Anliegen mitzugeben: „Das Helfen und Eingreifen ist nicht immer selbstverständlich, beides ist aber ein so wichtiges Gut, das wir wertschätzen und hochhalten müssen. Jede Hilfe, wie auch immer diese aussehen mag, ist wertvoll und kann im besten Fall Leben retten. Deshalb: Jede Sekunde und jede Hilfe zählt!
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