Vom Lernen, Lesen und Spielen – Eine freiwillige Mitarbeiterin berichtet über ihre Erfahrungen, ihre Beweggründe, sich als Lernbuddy zu engagieren und die Bedeutung der Lernhilfe
Wussten Sie, dass in Österreich rund jedes zehnte Schulkind die Ausbildung vor dem Schulabschluss abbricht? Grund dafür sind Schwierigkeiten beim Lernen, beim Lesen oder sprachliche Herausforderungen. Gleichzeitig fehlt oft die notwendige Hilfe und private Nachhilfe kann nicht finanziert werden. Deshalb hat das Rote Kreuz die Lernhilfe ins Leben gerufen, ein Projekt, das schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten oder bildungsfernen Familien erfolgreiche Bildung ermöglicht.
Wir haben mit Birgit, einer der freiwilligen Mitarbeiter:innen der Lernhilfe, über ihre Erfahrungen, ihre Beweggründe, sich als Lernbuddy zu engagieren und die Bedeutung der Lernhilfe gesprochen.
21.04.2022 I Verfasst von A. Danglmaier

Liebe Birgit, wie bist du dazu gekommen, dich bei der Lernhilfe zu engagieren?
Meine Idee war es schon lange, mich neben meinem Berufsalltag freiwillig zu engagieren. Für die Lernhilfe habe ich mich entschieden, da mir die Arbeit mit Kindern sehr viel Freude bereitet und ich Bildung wahnsinnig wichtig finde. Als Lernbuddy ehrenamtlich mitzuarbeiten ist für mich der perfekte Ausgleich und eine tolle Freizeitgestaltung, die mir wirklich sehr viel zurückgibt.
Wie sieht deine Tätigkeit als Lernbuddy bei der Lernhilfe aus?
Gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften und unterstützt durch die freiwilligen Lernbuddies, treffen wir uns mit den Kindern und Jugendlichen der Lerngruppen wöchentlich für ein paar Stunden am Nachmittag. Während dieser LernTreffen erledigen wir dann zusammen Hausübungen, stärken in verschiedenen Gruppenaktivitäten sprachliche und soziale Fähigkeiten oder helfen den Schüler:innen, wenn sie Schwierigkeiten haben, etwas zu verstehen. Anschließend versuchen wir auch immer, etwas mit den Kindern zu spielen, schließlich soll ja auch der Spaß nicht zu kurz kommen.
Warum ist das Programm der Lernhilfe deiner Meinung nach so wichtig?
Bildung ist so wichtig für die gesamte Zukunft der Kinder und Jugendlichen. Durch die Lernhilfe können wir sie dabei unterstützen, sich weiterzubilden und die schulischen Herausforderungen zu meistern. Das Ziel der LernTreffen ist es, Kinder in ihrer schulischen und sprachlichen Entwicklung bestmöglich zur Seite zu stehen, um so auch ihre gesellschaftliche Integration durch Bildung zu fördern. Zudem sind die gemeinsamen LernTreffen eine tolle Möglichkeit, ihre soziale Kompetenz zu fördern, denn bei uns können sie gemeinsam spielen und sich gegenseitig unterstützen.
Ein neues Projekt der Lernhilfe – Die „Lesepatenschaften“
Kannst du uns kurz berichten, worum es in diesem Projekt geht?
Das Projekt der Lesepatenschaften bietet Kindern individuelle Unterstützung beim Erwerb und der Vertiefung ihrer Lesekompetenzen. Dafür besuchen freiwillige Lesepat:innen die Kinder in den teilnehmenden Schulen. Dort wird dann gemeinsam mit den Kindern gelesen, so kann nicht nur die Neugierde, sondern auch die Freude am Lesen gefördert werden. Außerdem können die Schulkinder ihre Lesefähigkeiten verbessern. Die Auswahl des Lesestoffs erfolgt dabei immer in Absprache mit den Lehrkräften, um eine Unterstützung, orientiert an den Kenntnissen und Fähigkeiten des jeweiligen Kindes, zu ermöglichen. Die Lesepat:innen leisten so einen wertvollen Beitrag zum weiteren Bildungsweg und der Zukunft der Kinder.
Hast du auch Freude am Umgang mit Kindern und möchtest sie beim Lernen unterstützen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen oder dem Lesen zur Seite stehen?
Dann melde dich doch als freiwillige:r Mitarbeiter:in und hilf uns dabei, Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Wir freuen uns auf dich!
- Vollendetes 18. Lebensjahr
- Unbescholtenheit
- Freude an der Arbeit mit Kindern
- Deutsche Sprache in Wort und Schrift
- Aufgeschlossenheit für soziale Randgruppen
- Absolvierung der notwendigen Ausbildung (kostenlos)
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Margit Helm
Bezirksstelle Graz-Stadt
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