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Die Jahre 1913 bis 1924

1913

Am 6. März - Gründung eines Rettungsvereines im Verband der FF Bad Vöslau in der Raulestraße 3 ( im FF-Gebäude ). Für den Ankauf eines Rettungswagens holte man Kostenvoranschläge ein.

Die nötigen Geldmittel konnten nicht aufgebracht werden, daher musste der Ankauf wieder verschoben werden.

1914

Im Juli wurde aus dem Rettungsverein eine Rettungsabteilung der FF Bad Vöslau. Fritz Hofmannrichter stellt seine beiden Kraftfahrzeuge der Rettungsabteilung zur Verfügung. Für den Transport von Verwundeten wurden außerdem Pferde von den Herren Schaumann, Zwierschütz und Schwabl zur Bespannung verwendet.

1924

Durch eine Sammlung bei der Bevölkerung konnten die Mittel für den Ankauf eines Autos, welches zu einem Rettungsauto umgebaut wurde, aufgebracht werden.

Es handelte sich dabei um einen NAG Baujahr 1908. Die Kosten des Aufbaues beliefen sich auf 76 Mio. österr. Kronen (das entspricht aus heutiger Sicht 20.932,41 EUR).

1. Rettungsauto 1924 „NAG“ Seitenlader Links vorne: Alfred Aue, rechts vorne: Johann Rasser Fahrer: Franz Hofmannrichter, Patient: Karl Gigler.

Fotokredit: Rotes Kreuz Bad Vöslau.

Die Jahre 1925 bis 1933

1925 

Der NAG wurde am 15. Februar in Dienst gestellt und war in diesem Jahr 76 mal im Einsatz. 

1933

Der Austro-Daimler, Baujahr 1927 wurde im Juli in Dienst gestellt und kostete 6817,24 ATS. Der AVD wurde 1945 von den Russen verschleppt.

 

Die Mannschaft von 1933:

1. Reihe: Anton Ganneshofer, Anton Neuhauser, Georg Gräf, Ernst Wutzl, Josef Lagrange, Karl Nagl, Josef Nagl,

2. Reihe: Karl Waldherr, Franz Whisekal, Erich Krainz, Franz Jäger, Anton Kopp, Hans Pekarek, Kurt Ranny, Josef Ganneshofer.

Rettungsauto - Aufnahme vom 18. Juni 1933, Fotokredit: Rotes Kreuz Bad Vöslau!

Die Jahre 1934 bis 1945

1934

Die Rettungsabteilung hatte 236 Einsätze, davon 7 Unfalleinsätze.

1938

Der erste Hauptamtliche, Heinrich Quint wird als Sanitätseinsatzfahrer aufgenommen. Ab diesem Jahr wurde auch ein ständiger Telefondienst (Tag und Nacht) eingerichtet. Den Dienst versah Leopoldine Quint

1939

Die Kassen der FF Bad Vöslau und der Rettungsabteilung mussten erstmals getrennt geführt werden.

1943

Ab diesem Jahr wurde wegen des geringen Treibstoffverbrauches ein Steyr 50, „Steyr Baby“ verwendet.

1945

Ein Chevrolet, ein Geschenk der Sowjetarmee, wurde zu einem Rettungsauto umgebaut.

 

Fotos: Rettungsauto "Steyr Baby", Transportschein aus dem Jahr 1934 sowie das Mannschaftsfoto aus dem Jahr 1934.

Fotokredit: Rotes Kreuz Bad Vöslau!

Die Jahre 1946 und 1947

1946

Einweihung des Chevrolet auf der Schulwiese gegenüber des FF und RK Gebäudes.

1947

Die Rettungsabteilung wurde von der FF ausgegliedert und eine eigene Verwaltungsstelle aufgebaut. Bgm. Rudolf Frimmel wurde Bezirksstellenleiter.

 

Die Geschichte des "Roten Gigerl":

Zu Ende des Krieges gab es in Vöslau weder einen Krankenwagen noch ein Feuerwehrauto. Wer ins Spital musste, wurde vom Kutscher des Herrn Dr. Schaumann mit einem Pferdewagen mit offenem Plateau nach Baden gebracht. Regnete es, wurde der Patient mit einer Plane zugedeckt.

Anfang 1946 begann man mit dem Zusammenbau des ersten Krankenwagens. Er hat eine seltsame Geschichte. Sie verdient es, erzählt zu werden:

Der russische Kommandant von Vöslau hatte dem Bürgermeister Rudolf Frimmel einen amerikanischen Chevrolet geschenkt, damit der Herr Bürgermeister auch ein Auto besäße. Die Herkunft des Wagens, der sicher nicht aus dem stalinistischen Russland stammte, war unbekannt; außerdem hatte die Sache einen Haken, denn der Chevrolet lag im Schloss Teich.

Bürgermeister Frimmel nahm das Geschenk mit Dank an und ließ den Wagen bergen. In der alten Vöslauer Turnhalle machten sich der eben aus der Gefangenschaft zurückgekehrte Heinrich Quint, Mechanikermeister Karl Sauer und der Fabriksspengler Rottensteiner an die Arbeit aus dem PKW einen Krankenwagen zu bauen. Das Werk gelang. Der knallrot angestrichene Wagen erhielt den Spitznamen "Roter Gigerl".

Damals gab es auf den Straßen keinen privaten Auto- oder Motorradverkehr. Russische Soldaten, die nach Baden wollten, haben des Öfteren den "Roten Gigerl" angehalten und sich mitnehmen lassen; sehr zum Missfallen des Rettungsfahrers Heinrich Quint. Aber bald mieden sie die "krasna Maschina", denn Quint erzählte ihnen, mit dem Rettungswagen würden nur Typhuskranke transportiert.

Manchmal wurde der "Rote Gigerl" auch für "veterinärmedizinische Zwecke" eingesetzt. War es nämlich gelungen, für Wolle oder Stoff aus der Kammgarnfabrik ein Schwein einzutauschen, dessen Fleisch dann in der Werksküche oder im Spital verarbeitet wurde, so transportierte man das geschlachtete Tier mit dem "Roten Gigerl", um so vor Beschlagnahme oder Plünderung durch russische Soldaten, was leider vorgekommen war, sicher zu sein. Wollten Soldaten das Auto anhalten, dann genügte Heinrich Quints Ruf "Typhus, Typhus!", verbunden mit dem Schwenken einer gelben Fahne, um für eine reibungslose Weiterfahrt zu sorgen.

Fotos:

1. Rettungsauto nach dem 2. Weltkrieg sowie Bezirksstellenleiter Bgm. Rudolf Frimmel

Fotokredit: Rotes Kreuz Bad Vöslau

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