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Abenteuer Menschlichkeit

Eine Ausbildung „mit Folgen“

Die Zwillinge Christoph und Johannes Kogelbauer, beide 18 Jahre alt, erzählen, was die Erfahrung mit dem Zivildienst für sie bedeutet.
Die Zwillinge Christoph und Johannes Kogelbauer, beide 18 Jahre alt, erzählen, was die Erfahrung mit dem Zivildienst für sie bedeutet.

Der Zivildienst bringt junge Männer und Menschen, die Hilfe brauchen, zusammen. Die neun Monate sind eine wichtige Erfahrung, die viele in ihrem weiteren Leben begleitet. Warum aber entscheiden sich junge Männer für den Zivildienst?

Im Interview erzählen die Zwillinge Christoph und Johannes Kogelbauer, 18 Jahre, warum sie sich für diesen Weg entschieden haben – und was das für sie bedeutet.

 

Warum hast Du Dich für den Zivildienst entschieden?

Johannes: Es ist eine sinnvolle Tätigkeit, bei der man Menschen helfen kann.

Christoph: Ich wollte nicht beim Bundesheer 6 Monate für etwas trainieren/üben, was in der nächsten Zeit höchstwahrscheinlich sowieso nicht eintreten wird. Der Zivildienst erschien mir daher abwechslungsreicher. Und da in meiner Nähe auch gleich eine Ortsstelle des Roten Kreuzes war... warum nicht?

 

Wie sind aus Deiner Sicht die ersten Monate gelaufen?

Christoph: In den ersten zwei Monaten war die Ausbildungsphase zum Rettungssanitäter, danach begann der eigentliche Dienst. Ab und zu wird es sehr anstrengend und 50h Arbeitswochen sind die Regel, aber mit den richtigen Kollegen macht die Arbeit sehr viel Spaß. Die Patienten sind immer dankbar, dass es jemanden gibt, der ihnen hilft, sie vom oder ins Krankenhaus bringt/holt oder mit ihnen zum Arzt fährt und das lässt die Arbeit wieder erträglicher/angenehmer werden.

Johannes: Für mich: Sehr schön. Die Kollegen waren immer äußerst hilfsbereit bei allen etwaigen Fragen und standen immer tatkräftig hinter mir, wenn man nicht mehr weiterwusste.

 

Was hat Dich bisher besonders beeindruckt oder bewegt?

Johannes: Die Freundlichkeit, die Menschen einem entgegenbringen können, wenn man ihnen hilft. Das liebevolle Miteinander zwischen den Kollegen, das finde ich schon ein tolles Gefühl. Aber ich habe auch schon einmal die Freundin eines ehemaligen Zivildienst-Kollegen und Freundes nach einem Verkehrsunfall ins Krankenhaus gebracht – das prägt sich schon ein.

Christoph: Für mich war das bisher eine leider letztendlich erfolglose Reanimation eines ca. 40 Jahre alten Mannes. Wir haben alles probiert – aber es sollte nicht sein. Das vergisst man nicht so schnell …

 

Würdest Du Dich wieder für den Zivildienst entscheiden bzw. diesen weiterempfehlen?

Christoph: Ich würde wieder zur Rettung gehen, aber ob das für alle das richtige ist, glaube ich eher weniger. Doch es gibt so viele Möglichkeiten den Zivildienst abzuleisten, dass sich sicher irgendwo das Richtige findet. In meinen Augen ist Zivildienst auf jeden Fall weiterzuempfehlen.

Johannes: Auf jeden Fall! Man hat zu jeder Zeit ein gutes Gefühl, da man Menschen helfen kann. Zivildienst ist für jeden weiterzuempfehlen, der mit Menschen kann.

 

Was hat Dir diese Entscheidung selbst gebracht?

Johannes: Eine neue Einsicht in das Gesundheitssystem in einer besonders schwierigen Phase wie dieser. Außerdem eine eigene Ausbildung zum Rettungssanitäter, die man immer gebrauchen kann.

Christoph:

  • ich kann Erste Hilfe leisten (Sanitäterausbildung),
  • ich habe einen Einblick in das Gesundheitssystem erhalten,
  • durch das viele Autofahren kenne ich jetzt etliche Schleichwege mehr,
  • ich kann mit älteren Menschen viel besser umgehen und versteh sie jetzt auch besser,
  • Verantwortung übernehmen fällt mir jetzt deutlich leichter,
  • es fällt einem jetzt leichter Gespräche zu führen

 

Ob die beiden beim Roten Kreuz bleiben? Das wird sich noch zeigen…

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Kontaktfoto: Manuela Hierath

Manuela Hierath

Zivildienst

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