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Welttag der Ersten Hilfe 2021: In Oberösterreich verletzen sich pro Jahr rund 20.000 Kinder bei Unfällen – Zahl schwerer Verletzungen stieg an

Lukas balanciert die Gartenmauer entlang. Plötzlich stolpert er, fällt zu Boden und verletzt sich am Kopf. Die Wunde blutet stark. Sofort wählt sein Papa den Notruf und alarmiert die Rettungskräfte. In 99 Prozent der Fälle passiert nichts. Was aber, wenn doch? Ersthelfer-Kurse und spezielle Kindernotfallkurse helfen, im Ernstfall Leben zu retten. Darauf macht das OÖ. Rote Kreuz zum Welttag der Ersten Hilfe (11. September) aufmerksam.

Ein alarmierter Rotkreuz-Rettungssanitäter kümmert sich um den verletzten Lukas
Ein alarmierter Rotkreuz-Rettungssanitäter kümmert sich um den verletzten Lukas

Tatendrang und Forschergeist prägen die Entwicklung von Kindern. Stürze und Verletzungen gehen mit ihrem Aufwachsen einher. Laut aktuellen Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit verletzten sich pro Jahr rund 20.000 Kinder bei Unfällen. Das sind 55 pro Tag. Egal, ob im Straßenverkehr, beim Sport, in der Freizeit oder im eigenen Haushalt: Jeder kann täglich mit der Herausforderung konfrontiert werden, Erste Hilfe zu leisten. Einer aktuellen Studie zufolge, nahm mit den Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie der Anteil schwer verletzter Kinder zu.1 Besonders Kopfverletzungen spielten dabei eine große Rolle. 

Erste-Hilfe-Kenntnisse von Eltern teilweise ausbaufähig
Darüber hinaus waren laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) nicht ausreichende Ersthelfer-Kenntnisse von Eltern tendenziell auffällig. „In unseren Kindernotfallkursen lernen die Teilnehmer, wie sie im Fall der Fälle richtig handeln,“ weiß Bezirksstellenleiter Dr. Dieter Goppold. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und das muss vor allem bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen berücksichtig werden.“ Daher rät das OÖ. Rote Kreuz, aufbauend auf einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Grundkurs, zusätzlich einen Kindernotfallkurs zu besuchen. Die Kursteilnehmer lernen, wie man Blutungen, Wunden und Knochen- bzw. Gelenksverletzungen versorgt. Auch Maßnahmen bei Kinderkrankheiten, die Kontrolle der Lebensfunktionen und das korrekte Absetzen eines Notrufes stehen am Kursprogramm. Die Vortragenden machen die Teilnehmer auch auf das Vermeiden von Gefahren für die Kleinsten im Freien, im Haushalt usw. aufmerksam. Kinderunfälle sind besonders schwere Unfälle mit teilweise lebenslangen Folgeschädigungen. Allein die medizinischen Behandlungskosten belaufen sich laut KFV bundesweit auf mehr als 160 Millionen Euro.
 
Ein Erste-Hilfe-Kurs lohnt sich zu 100 Prozent
Ab 27. September finden im Bezirk Kirchdorf wieder flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse an den Ortsstellen statt. „Mit diesem Angebot leisten wir einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit in unserer Gesellschaft. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass sich ein Erste-Hilfe-Kurs zu 100 Prozent lohnt, auch wenn in 99 Prozent der Fälle nichts passiert“, bringt es Goppold auf den Punkt. Denn: Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, was zu tun ist. Neben Anfängerkursen bietet das OÖ. Rote Kreuz auch Auffrischungskurse, Kindernotfallkurse und gemeinsame Kurse für Unternehmens-Belegschaften an. Wer denkt, dass ein Erste-Hilfe-Kurs ausschließlich aus einem Frontalvortrag besteht, der irrt. Der Großteil der Zeit wird zum Üben genutzt. Unkomplizierte Online-Anmeldung und das komplette Erste-Hilfe-Kursangebot in Ihrer Nähe unter www.erstehilfe.at

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1 Auswirkungen der COVID-19-Maßnahmen auf Kinderunfälle | KFV - Kuratorium für Verkehrssicherheit

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