„Die Lehrlingstrainings waren absolut spannend. Wir sammelten neue Erfahrungen, schnupperten in den Alltag des Roten Kreuzes und wissen, wie wir im Notfall rasch und richtig Erste Hilfe leisten können. Bei den abwechslungsreichen Kurstagen lernten wir uns auch gegenseitig neu kennen – das fördert unsere Gemeinschaft“, sagt Gregor Haider, Lehrling in Metalltechnik und Glasbautechnik bei der Firma BAUMANN/GLAS/1886 GmbH, der vor kurzem ein Lehrlingstraining abschloss. Seit 2015 arbeitet das Unternehmen in der Lehrlingsausbildung mit dem OÖ. Roten Kreuz zusammen. „Wir wollen junge Menschen in ihrer Entwicklung bestärken und ihnen das Rüstzeug geben, um künftig Verantwortung zu übernehmen“, meint Mst. Franz Baumann, Geschäftsführer und Eigentümer der BAUMANN/GLAS/1886 GmbH. Warum sich das Unternehmen aus Baumgartenberg (Bez. Perg) für eine Weiterbildung ihrer künftigen Fach- und Führungskräfte beim OÖ. Roten Kreuz entschied, ist schnell erklärt. „Die Lehrlinge stärken ihre Teamfähigkeit, entwickeln ihre sozialen Kompetenzen, lernen wie man im Ernstfall Erste Hilfe leistet und sammeln wertvolle Erfahrungen, die sie im Berufs- und Privatleben gewinnbringend einsetzen“, sagt der Unternehmer, der von dieser Form der Ausbildung überzeugt ist. Das 1886 gegründete Unternehmen beschäftigt 111 Mitarbeiter und bildet derzeit 13 Lehrlinge in zwei verschiedenen Berufen aus. Rund 80 Prozent der Lehrlinge bleiben dem Unternehmen erhalten, viele bekleiden Führungspositionen. Auch der aktuelle Geschäftsführer Michael Thauerböck begann als Lehrling.
Dreistufige Weiterbildung: Erste Hilfe, Wertecamp und Erlebnistag
„Bei den dreistufigen Lehrlingstrainings steht pro Lehrjahr ein Modul auf dem Programm“, informiert Walter Schmied, Lehrlingstrainer im OÖ. Roten Kreuz: Im ersten Lehrjahr absolvieren die Lehrlinge einen zweitägigen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs. Die Lehrlinge lernen sich kennen und arbeiten in Gruppen zusammen. Sie üben, wie man im Notfall hilft. Am zweiten Tag wenden sie das Gelernte in praktischen Übungen an. Unternehmen profitieren davon, weil ihre Lehrlinge als betriebliche Ersthelfer ausgebildet werden. Im zweiten Lehrjahr findet ein zweitägiges Wertecamp statt. Die Lehrlinge beschäftigen sich mit ihren Überzeugungen und ihrem Verhalten. Sie machen spielerische Übungen und lernen, mit anderen gut umzugehen. Sie denken darüber nach, wie ihre Werte mit denen des Unternehmens und der Gesellschaft zusammenpassen. Im dritten Lehrjahr gibt es einen Sozialerlebnistag beim Roten Kreuz. Die Lehrlinge sammeln Erfahrungen und erleben soziales Engagement hautnah. Sie helfen zum Beispiel im Rettungsdienst, bei Essen auf Rädern, im Rotkreuz-Markt oder in einer Einrichtung für Geflüchtete. Am Ende des Tages besprechen sie, was sie gelernt haben und wie sie es im Alltag und im Beruf anwenden können.
2.000 Lehrlinge aus 60 Unternehmen stärkten ihre berufliche und soziale Entwicklung
„Die Werte von Gemeinschaft und Menschlichkeit zu vermitteln, liegt uns am Herzen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl-Päd. Gottfried Hirz. „Dass das Rote Kreuz als humanitärer Ausbildungspartner wahrgenommen wird, ehrt uns natürlich besonders. Wir freuen uns, wenn noch viele weitere Unternehmenspartner diese Möglichkeit für sich entdecken und junge Menschen in ihrer Entwicklung begleiten.“ 60 namhafte Betriebe in Oberösterreich waren bereits Teil dieser Zusammenarbeit mit dem OÖ. Roten Kreuz. Beispiele dafür sind Energie AG, Greiner AG, Wacker Neuson GmbH, Silhouette International Schmied AG oder die Firma Löffler GmbH. In Summe absolvierten diese Ausbildung mit dem OÖ. Roten Kreuz rund 2.000 Lehrlinge. Alleine in den vergangenen zwei Jahren kamen Lehrlinge aus 20 Unternehmen zu diesen Lehrlingstrainings. Die teilnehmenden Betriebe setzen damit ein klares Zeichen: Junge Menschen, die eine spannende Phase der beruflichen und persönlichen Entwicklung durchleben, erhalten mit den Lehrlingstrainings die Möglichkeit, ihren eigenen sozialen Kompass aufzubauen und ihre Ersthelfer-Kenntnisse zu erweitern. Auch Unternehmen profitieren von der gemeinsamen Ausbildung mit dem OÖ. Roten Kreuz. Die Mitarbeitenden erweitern ihre Ersthelfer-Kenntnisse, bauen soziale Kompetenzen aus und entwickeln ein besseres, generationenübergreifendes Verständnis füreinander. Lehrlinge bekommen zudem eine erfahrungsbasierte, selbst erarbeitete, persönliche Bindung an das Unternehmen.
Kleine Unternehmen profitieren von betriebsübergreifende Ausbildungsverbänden
Auch Klein- und Mittelbetriebe mit weniger Lehrlingen können ihrem Ausbildungsnachwuchs die Teilnahme an einem Rotkreuz-Lehrgang in den Regionen ermöglichen: Jeweils bis zu fünf Unternehmen werden in einem Ausbildungsverband zusammengefasst. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die teilnehmenden Lehrlinge und auch Firmenvertreter können sich untereinander austauschen, vernetzen und branchenübergreifende Anknüpfungspunkte nutzen. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich fördert die Lehrlingstrainings mit bis zu 75 Prozent der förderbaren Trainingskosten (exkl. Unterkunft und Verpflegung). Die Gesamtorganisation liegt beim OÖ. Roten Kreuz. Weitere Informationen, Ansprechpartner und Details auf: www.roteskreuz.at/oberoesterreich/lehrlingsweiterbildung