Rund 30 Prozent aller PflichtschulabsolventInnen können nicht sinnerfassend lesen. Kinder mit Bildungsdefiziten haben geringere Chancen am Bildungs- und Arbeitsmarkt und somit auch geringe Perspektiven, ernst genommene Mitglieder und Mitgestalter_innen unserer Gesellschaft zu sein. Davon betroffen sind auch die Zukunftsaussichten der nachfolgenden Generation. Studien bestätigen, dass Bildung in Österreich noch immer vererbt wird. Dahin gehend Verantwortung zu übernehmen steht für das Rote Kreuz an oberster Stelle.
Die Lernbegleitung durch Lese- oder Bildungscoaches soll Begeisterung und Freude für Bücher und die Welt der Geschichten wecken. Das Programm versteht sich als Ergänzung zum Schulunterricht und zur Leseverantwortung der Eltern und wird in enger Kooperation mit den Pädagog_innen und Eltern umgesetzt.
Lesen mit Freude
Das Rote Kreuz will bei Kindern langfristig die Freude am Lesen wecken. Speziell geschulte Rotkreuz-Lesecoaches setzen die Leseförderung um. Gelesen wird mindestens einmal pro Woche während der Schulzeit. In den Ferien ist Lesecoach-freie Zeit. Die Schüler_innen werden von den Pädagog_innen an der Schule ausgewählt. Die Pädagog_innen legen auch maßgeblich den Lesestoff fest.
Aus Bildungsarmut wird Chancenvielfalt
Die Leseförderung richtet sich an Kinder der ersten und zweiten Klasse Volksschule, die eine Leseschwäche haben. Rotkreuz-Lesecoaches vermitteln die Freude am Lesen. Dadurch verbessern sich die Lese- und Sprachkenntnisse der Kinder. Ihre Selbstständigkeit wird gefördert, die Zukunftschancen werden verbessert.
Rotkreuz-Lerninsel
Bildung darf nicht von Herkunft und Einkommen der Eltern abhängig sein. Um jungen Menschen bestmögliche Zukunftschancen zu ermöglichen, rief das OÖ. Jugendrotkreuz in Traun die oberösterreichweit erste Rotkreuz-Lerninsel ins Leben. Ziel ist: Kindern und Jugendlichen, in enger Abstimmung mit Schulen und Eltern, einen Bildungsabschluss zu ermöglichen, die Chancengerechtigkeit voranzutreiben und Integration zu stärken. Erfahrende Pädagog_innen und freiwillige Mitarbeiter_innen unterstützen Schüler_innen beim Lesen, Lernen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Eine gelungene Balance aus Lernalltag und Freizeitangebot soll kognitive, kreative und motorische Fähigkeiten fördern und junge Menschen in ihren Lebenskompetenzen stärken.