Nikolaus Czepl ist seit Mitte März für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) als IT- und Telekommunikationstechniker in der Ukraine im Einsatz. Seine Arbeit beinhaltet unter anderem für die Installation und Schulung von Satellitenkommunikationsausrüstung. Mit dieser können die Hilfsorganisationen im Fall von technischen Störungen oder eines kompletten Ausfalls des Internets ihre Kommunikation aufrecht erhalten.
Auf seiner ersten Station in der rumänisch-ukrainischen Grenzregion schulte er die dortigen IT-Mitarbeiter, aber auch technische Laien in die Nutzung dieser Ausrüstung ein.
Am vergangenen Mittwoch reiste Nikolaus Czepl weiter in die in die ostukrainische Donezk-Region.
Seine Eindrücke schildert er so: „Je weiter wir in den Osten gereist sind, desto deutlicher wurden die Verteidigungsmaßnahmen im Land. An jeder Ein- und Ausfahrt einer Ortschaft befinden sich Check-Points des Militärs, passierende Autos werden gründlich inspiziert. Mir wurde der Ernst der Lage auf der Fahrt immer deutlicher bewusst.“
Bei einem Zwischenstopp angekommen erlebte das Team das erste Mal selbst einen Luftschutzalarm und wurde in den zum Schutzraum umgebauten Fitnessraum im Untergeschoss des Hotels gebracht. Auch in der Nacht wurde zwei Mal Alarm ausgelöst. „Wir haben zum Glück nur jeweils eine halbe Stunde warten müssen, bis wir wieder in unsere Zimmer konnten. Kollegen haben uns erzählt, dass sie auch schon über sechs Stunden in Schutzräumen haben ausharren müssen, das zehrt natürlich sehr an den Kräften.“, erzählt Nikolaus Czepl.
Nach dem Zwischenstopp ging es für den Salzburger Rotkreuz-Delegierten weiter in die Donezk-Region: „Ein ukrainischer Kollege und ich statten gemeinsam das dortige Büro des IKRK mit Backup-Lösungen für das Internet und die Stromversorgung aus.“
Foto Credit: Rotes Kreuz Salzburg
Salzburg, 07. April 2022