Das von der AUVA veranstaltete Netzwerktreffen Woodmaster gilt als jährlicher Fixpunkt zum Wissensaustausch unter Forstexpert:innen. An den beiden Veranstaltungstagen 14. und 15. April 2024 wurde die Bergung einer während der Forstarbeit verunfallten Person unter der Beteiligung mehrerer Blaulichtorganisationen simuliert. Eine schnelle und genaue Standortbestimmung ist entscheidend – und dazu gibt es innovative Möglichkeiten.
Forstarbeiter:innen sind einem anhaltend erhöhten Berufsrisiko ausgesetzt. Das regelmäßige Auseinandersetzen mit realen Gefahren durch fortkehrende Schulungen zum Schutz der eigenen Gesundheit sind in der professionellen Waldarbeit absolut notwendig, waren sich auch die Teilnehmenden des heurigen Woodmaster-Treffens einig.
Auf den Flächen des Forstbetriebs St. Martin bei Lofer der Bayerischen Staatsforste wurden die Teilnehmenden mit einem realistisch dargestellten Notfallszenario konfrontiert: Ein Forstarbeiter wird von einem Wurzelstock eingeklemmt und schwer verletzt. Was ist zu tun? Neben dem Beginn mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen stellt sich mitten im Wald die Frage, wie beim Absetzen des Notrufs der eigene Standort bestmöglich erklärt werden kann. Denn: je genauer der Standort beschrieben wird, desto rascher kann Hilfe ankommen.
Maximilian Fedel, Leiter der Rettungsleitstelle Süd, nennt die Möglichkeiten zur Standortbestimmung: „Neben GPS-Daten, Advanced Mobile Location und allenfalls verfügbaren Rettungstreffpunkten können es auch markante oder bekannte natürliche Referenzpunkte sein, die den Rettungskräften ermöglichen, möglichst rasch die verletzte Person zu erreichen. Darüber hinaus kann der verunfallten Person auch ein SMS mit der Anforderung der Standortdaten geschickt werden. Wird diese Anforderung bestätigt, erhält die Leitstelle die GPS-Daten des Standortes und kann die Einsatzkräfte gezielt dorthin schicken.“
Rettungstreffpunkte können nicht nur für Forstarbeitende, sondern auch für Outdoor-Begeisterte und Mountainbiker:innen im Notfall lebensrettend sein. Sie sind landkreisweise nummeriert und den Rettungsleitstellen bekannt. Die kostenlose App „Hilfe im Wald“, hilft bei der Orientierung und zeigt den nächstgelegenen Rettungstreffpunkt an.
Wurde der Unfallort bestimmt, dann stellt die Bergung der verunfallten Person den nächsten Abschnitt in der Rettungskette dar. Die Bergung erfolgt durch die Bergrettung, eventuell mit Unterstützung der Feuerwehr, danach übernimmt das Rote Kreuz die oftmals lebensrettenden Sofortmaßnahmen und transportiert die verletzte Person ins Krankenhaus. Die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten ist dabei entscheidend, wie Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten vom Forstbetrieb St. Martin/Saalforste Thomas Zanker, ausführt: „Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Mit praxisnahen Übungen stellen wir einen Austausch in der Forstpraxis über Landesgrenzen hinweg sicher.“
Das Arbeitsfeld der Forstarbeitenden bringe zahlreiche Risikofaktoren mit sich, so Herbert Koutny, Direktor der AUVA-Landesstelle Salzburg: „Witterung, Hanglagen, besondere Arbeitsmittel und -methoden stellen Forstarbeitende immer wieder vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist uns, mit Veranstaltungen wie dem Woodmaster-Treffen einen Fachaustausch auf sehr hohem Niveau aufrecht zu erhalten, um die Arbeitssicherheit der Forstarbeitenden stetig voranzutreiben.“ Für die perfekt eingespielte Zusammenarbeit spricht Herbert Koutny ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden des diesjährigen Woodmaster aus: An die inhaltlich federführenden Partner:innen der FAST Traunkirchen, die Gastgebenden der Bayerischen Staatsforsten, an das Rote Kreuz Salzburg sowie an Bergrettung, Feuerwehr und Polizei.
Im Jahr 2022 ereigneten sich im Land Salzburg 91 Forstunfälle (AUVA Unfallstatistik). Zu den hauptsächlichen Unfallursachen von Forstunfällen gehören sowohl Kontrollverlust über Maschinen als auch Brechen und Fallen von Baumstämmen und Ästen sowie Stürzen oder Abrutschen der Arbeitenden auf rutschigem Boden.
Fotocredit: Rotes Kreuz Salzburg
Foto 1: Im Rahmen eines realistisch dargestellten Notfallszenarios wurden die Rettungsmaßnahmen nach einem Forstunfall trainiert.
Foto 2: Die Übungsannahme des Notfallszenarios war ein unter einem Wurzelstock eingeklemmter und schwer verletzter Forstarbeiter.
Foto 3: Maximiliam Fedel, Leiter der Rettungsleitstelle Süd, erläuterte im Rahmen des Woodmaster-Netzwerktreffens Möglichkeiten zur Standortbestimmung im Wald.
Salzburg, am 15. März 2024