Gemeinsam stark: Auch wenn Géza Schulthess und Stefan Gaßner unterschiedliche Uniformen tragen, eint sie eine gemeinsame Mission. Die beiden leiten die aktuell eröffneten Grundversorgungsquartiere für Geflüchtete, die das Rote Kreuz gemeinsam mit dem Samariterbund betreibt.
Seit Anfang April ist das Grundversorgungsquartier in Wals-Siezenheim in Betrieb, etwa 400 geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden hier vom Roten Kreuz und vom Samariterbund betreut. Geleitet wird das Quartier von Géza Schulthess, der im Roten Kreuz im Migrationsbereich tätig ist. Bis Mai unterstützt ihn Stefan Gaßner, Projektleiter und Katastrophenhelfer im Samariterbund. Stefan Gaßner wird ab Mai das neue Grundversorgungsquartier in Puch-Urstein leiten.
Géza Schulthess: „Es ist eine Berufung“
Géza Schulthess hat einen ereignisreichen Lebenslauf hinter sich: nach seinem Klavier-Studium machte er seinen Bachelor-Abschluss in Kommunikationswissenschaften. Sein Studium finanzierte er unter anderem als Nachtportier in einem Hotel – in dem er schließlich bis zum Rezeptionschef aufstieg. „Eigentlich wollte ich nicht mehr in die Hotellerie“, verrät er mit einem Augenzwinkern und einem vielsagenden Blick auf das Quartier im ehemaligen Austria Trend Hotel.
Seine Laufbahn im Roten Kreuz begann im Sommer 2020 in den Rotkreuz-Asylquartieren Seekirchen und Flussbauhof. „Es hat sich wie ein Ruf angefühlt, ich wollte immer schon zum Roten Kreuz“, erzählt er. Neben seiner Festanstellung im Migrationsbereich hat er auch die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert und ist nun ehrenamtlich in der Stadt Salzburg im Einsatz.
Seine Erfahrungen aus der Hotellerie sowie aus dem Migrationsbereich greifen in seiner jetzigen Position perfekt ineinander. „Ich spüre, dass meine Arbeit hier sinnvoll ist. Die Verbindung zu den Menschen, die hier leben und die hier arbeiten, ist toll“, erzählt Géza.
Stefan Gassner: „Wir haben Verantwortung“
Bestens vorbereitet ist auch Stefan Gaßner durch seinen Werdegang. Er ist bereits seit 2010 ehrenamtlich für den Samariterbund im Einsatz, als Rettungssanitäter, Erste-Hilfe-Trainer und als Kommandant in der Katastrophenhilfe.
Nach Jahren als Projektleiter bei MACO, während derer er auch seinen Master in Risikoprävention und Katastrophenmanagement absolvierte, wechselte Stefan 2022 schließlich auch hauptberuflich zum Samariterbund. Dank seiner Erfahrung in In- und Auslandseinsätzen und vielen Übungen in der Katastrophenhilfe fühlt er sich seinen neuen Aufgaben gut gewachsen.
„Der Migrationsbereich ist für mich neu und ich lerne jeden Tag neues dazu“, sagt er und fährt fort: „Meine Erfahrungen aus der Leitung von Einsätzen und Übungen helfen mir aber viel. Ich kenne die Arbeit mit verschiedenen Kulturen und den Herausforderungen, die damit verbunden sind. Dank unserer tollen Kolleginnen und Kollegen im Samariterbund und im Roten Kreuz haben wir aber eine gute Basis für alle Herausforderungen.“
Glücklich mit dem, was sie tun
„Mit der Uniform trägt man Verantwortung“, sind sich Géza und Stefan einig. „Wir sind in Österreich sehr privilegiert und mit diesen Privilegien ist auch die Verantwortung für andere, denen es nicht so gut geht, verbunden“, erklärt Stefan. Géza ergänzt: „Ich habe unmittelbares Feedback, ich sehe in den Augen der Menschen, wie wichtig meine Aufgabe hier ist.“
Wie glücklich ihre Berufe die beiden machen, ist ihnen anzusehen: „Meine Freunde und Bekannten, sehen, dass ich glücklich bin, bei dem was ich mache,“ sagt Géza Schulthess. Stefan Gaßner stimmt zu: „Meine Bekannten sind stolz auf mich und freuen sich mit mir, dass ich meine Bestimmung so verwirklichen kann.“
So unterschiedlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Roten Kreuz und im Samariterbund auf den ersten Blick wirken, hinter der Uniform haben alle das gleiche Herzensanliegen: Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Dafür arbeiten sie eng zusammen – Géza und Stefan sind dafür eines von vielen Beispielen.
Foto Credit: Rotes Kreuz Salzburg
Foto: Stefan Gaßner (li.) vom Samariterbund Salzburg und Géza Schulthess vom Roten Kreuz Salzburg
Salzburg, 27. April 2022