Die Team Österreich Tafel reagiert auf die verstärkte Nachfrage aus einer immer jüngeren Altersgruppe und senkt das Mindestalter für Bezugsberechtigte auf 16 Jahre. Um weiterhin effizient helfen zu können, benötigt das Rote Kreuz verstärkt Sach- und Geldspenden.
Durch die aktuelle Teuerungswelle verzeichnet die Team Österreich Tafel nicht nur mehr Anfragen als bisher – die Kundinnen und Kunden der Tafel werden auch zunehmend jünger. „2015 waren unsere Kundinnen und Kunden im Schnitt knapp 57 Jahre alt. Im Laufe der vergangenen acht Jahre ist das Durchschnittsalter aber auf 32 gesunken“, erklärt Simon Mavec, der Koordinator der Team Österreich Tafel vom Roten Kreuz Steiermark. Den Grund für diese besorgniserregende Entwicklung kennt Mavec: „Die gestiegenen Lebenserhaltungskosten treffen Kinder und Jugendliche besonders hart. 22 % der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre sind in Österreich armutsgefährdet. Durch die starke Teuerung kommen viele Familien mit Kindern zunehmend nicht mehr mit dem Geld aus, das ihnen monatlich zur Verfügung steht.“
Schnell auf veränderten Bedarf reagiert
Um der veränderten Nachfrage gerecht werden zu können, wurden vom Roten Kreuz bereits Maßnahmen gesetzt. „Wir sehen im Zuge der Teuerungswelle, dass Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher sowie kinderreiche Familie verstärkt um unsere Unterstützung in Form von Lebensmitteln und Hygieneartikeln ansuchen. Hier wollen wir schnell helfen, indem wir in Absprache mit den Firmen, die uns unterstützen, unser Angebot an die Nachfrage anpassen und indem wir nun auch die Grenze des Bezugsalters herabsetzen“, sagt Andreas Jaklitsch, Landesgeschäftsführer vom Roten Kreuz Steiermark. Die Altersgrenze für Kundinnen und Kunden der Team Österreich Tafel lag bisher bei 18 Jahren und wurde nun auf 16 Jahre herabgesetzt, weil auch die Bedürftigkeit von Jugendlichen gestiegen ist. „Kinder und Jugendliche haben auch davor bereits Lebensmittel über die Team Österreich Tafel erhalten. Wenn eine Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern zu uns gekommen ist, hat die Familie auch Lebensmittel für fünf Personen bekommen. Die Primärkundinnen und -kunden, also diejenigen, die die Lebensmittel erhalten, waren bisher aber immer Erwachsene“, erklärt Simon Mavec die Veränderung.
Eine Altersanpassung war nun dringend nötig, um beispielsweise auch Jugendliche, die ohne Erwachsene nach Österreich geflüchtet sind, mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln unterstützen zu können. „Mit der neuen Regelung ist es uns jetzt möglich, Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren auch dann als Kundinnen und Kunden aufzunehmen, wenn sie bei keiner erwachsenen Bezugsperson mitregistriert werden können“, sagt Andreas Jaklitsch.
Ohne Unterstützung geht es nicht!
Die wichtige Arbeit der Team Österreich Tafel ist nur dank breiter gesellschaftlicher Unterstützung und vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer möglich. Um den gestiegenen und veränderten Bedarf an Lebensmitteln und Hygieneartikeln speziell für Kinder und Jugendliche decken zu können, braucht es vermehrt Sach- und Geldspenden. Die Kundinnen und Kunden der Team Österreich Tafel sind für jede Unterstützung dankbar. Egal ob Geld- oder Zeit- oder Warenspende – die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird.