10 Jahre Leseförderung beim Wiener Roten Kreuz
Anlässlich des Österreichischen Vorlesetags am 28. März 2025 berichtet das Wiener Rote Kreuz über sein Lesepat*innen-Programm an Volksschulen und Kindergärten.

Fotocredit: WRK/Markus Hechenberger
Lesepat*innen beim Wiener Roten Kreuz
Laut Statistik Austria verfügen rund 1,7 Millionen Menschen in Österreich über geringe Lesekompetenzen (mit einem deutlichen Anstieg in den vergangenen Jahren). Dies hat weitreichende Folgen: Betroffene stehen im Berufsleben und im Alltag vor großen Herausforderungen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, entstand im Jahr 2015 das Angebot der Lesepat*innen beim Wiener Roten Kreuz und ist seitdem nicht mehr wegzudenken. Aktuell unterstützen rund 75 freiwillige Mitarbeiter*innen im Rahmen des Angebots Wiener Schul- und Kindergartenkinder beim Lesenlernen. Allein im Jahr 2024 wurden 2.975 Volksschüler*innen begleitet. Seit der Einführung wurden im Rahmen des Angebots 12.600 Schüler*innen beim Lesenlernen unterstützt. Das entspricht mehr als 500 vollen Klassenzimmern.
Lesen als Schlüssel zur Bildung
Die freiwillige Mitarbeiterin Maria Eisenreich ist selbst seit 10 Jahren Lesepatin beim Wiener Roten Kreuz.

Lesen ist der Schlüssel zur Bildung – wer liest, kann verstehen, lernen und wachsen. Lesen öffnet Türen, gibt Selbstvertrauen und macht stark. Zu sehen, wie ein Kind diesen Schritt schafft, ist für mich das Schönste – weil ich weiß, dass es damit unendlich viele Möglichkeiten gewinnt.
Wie die Lesepat*innen helfen
Eine Schülerin der zweiten Schulstufe hatte große Schwierigkeiten beim Lesen. Die Anstrengung, die sie dabei aufbringen musste, demotivierte sie, sodass sie zunehmend das Lesen mied. Die Einstellung der Schülerin begann sich mit dem regelmäßigen Besuch der Lesepatin Sylvia Schön in ihrer Klasse langsam zu verändern. Mit Geduld und Ermutigung schaffte Sylvia es, das Vertrauen der Schülerin aufzubauen, sodass erstmals kleine Erfolge sichtbar wurden. Diese positiven Erlebnisse stärkten das Selbstbewusstsein der Schülerin und weckten zunehmend Freude am Lesen. Nach 3-monatiger Unterstützung von Sylvia zeigte die Schülerin ihr ein Buch, das sie zu Hause regelmäßig las, und berichtete begeistert von der Geschichte. Ihre Freude und ihr Verständnis beim Lesen waren nun deutlich erkennbar. Beispiele wie dieses zeigen, wie gezielte Unterstützung durch Lesepat*innen helfen kann, Herausforderungen zu meistern und neue Fähigkeiten mit Freude zu entwickeln.
Zusätzliches Angebot für die jüngsten Wiener*innen
Vor ca. einem Jahr startete das Wiener Rote Kreuz ein neues Projekt in Kooperation mit den Stadt Wien – Kindergärten, das die Jüngsten bereits in Kindergärten beim Lesenlernen unterstützen soll. Denn durch das Vorlesen kann die Lesekompetenz schon früh unterstützt werden. Bildung beginnt von klein auf und Frühförderung ist essenziell, um Chancengerechtigkeit zu fördern und allen Kindern eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Heuer soll das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien noch weiter ausgerollt werden.

Fotocredit: WRK/Markus Hechenberger
Sie möchten auch Lesepat*in im Kindergarten oder einer Volksschule werden?
Wenn auch Sie Interesse haben, sich beim Roten Kreuz als Lesepat*in zu engagieren, melden Sie sich unter fsd@wrk.at und helfen Sie dabei, Kindern bessere Bildungschancen zu bieten. Eine Spendenmöglichkeit für das Angebot finden Sie unter https://wien.roteskreuz.at/lernhilfe.

