Tipps aus der Pflege- und Demenzberatung
Wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt und pflegebedürftig wird, dann sieht sich die gesamte Familie mit einer neuen, oftmals auch herausfordernden, Lebenslage und unzähligen Fragen konfrontiert.
Um genau diesen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen wurde diese Seite ins Leben gerufen – Tipps zur Pflege- und Demenzberatung soll die Möglichkeit bieten, sich zu speziellen Themen online zu informieren.
Keine andere Altersgruppe in Österreich wächst so schnell wie die der Hochbetagten, also Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Momentan sind das knapp 430.000 Menschen, bis 2030 soll sich diese Zahl laut Prognosen auf 640.000 und bis 2050 sogar auf 750.000 Personen erhöhen. Dadurch ergeben sich natürlich ganz besondere Herausforderungen für die pflegebedürftigen Menschen selbst und ihre Angehörigen.
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Anneliese ist nun schon über 90 Jahre alt, sie lebt mit ihrem Mann in Deutschland. Früher sind sie viel gereist. Seit einigen Jahren ist dies nicht mehr möglich. Sie ist vor drei Jahren gestürzt und braucht nun Krücken zum Gehen. Ihre beiden Söhne leben im Ausland. Einer auf einer Insel in der Karibik und der andere Sohn lebt mit seiner Gattin in Thailand. Trotzdem ist sie nicht einsam! Sie kommuniziert mit allen Mitgliedern der Familie regelmäßig nicht nur über Skype, sondern ist auch über Facebook mit allen verbunden - und so treffe ich sie gerade beschäftigt am iPad an, als wir sie in ihrem Haus besuchen kommen.
Sie bastelt seit Jahren Schmuck, als Therapie ihrer Arthritis und ihre Schwiegertochter aus Thailand schickt ihr die dafür ausgewählten Perlen. Die Perlen werden akribisch von Anneliese online vor dem Kauf betrachtet und selbst ausgewählt. Die andere Schwiegertochter hat in ihrem Hotel in der Karibik einen Verkaufsstand für jene Ketten und Ohrringe, die Anneliese dann herstellt. Regelmäßig werden Fotos ausgetauscht und auch Informationen, was nun alles schon verkauft wurde und was wieder benötig wird.
Ich bin begeistert! Einfache technische Hilfsmittel - wie ein Tablet - können Menschen im hohen Alter toll unterstützen! Sie aktivieren und halten nicht nur geistig fit. Dies war für mich der Auslöser, mich näher mit dem Thema Ambient Assisted Living (kurz AAL) zu beschäftigen.
WAS BEDEUTET NUN AMBIENT ASSISTED LIVING (AAL)?
AAL ist ein Bereich, der sich mit dem Einsatz von Kommunikations- und Informationstechnologien befasst, die den Alltag von Menschen unterstützen sollen. Zum Beispiel sollen damit Unterstützungsmöglichkeiten für den Alltag von Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen geschaffen werden.
Die modernen Technologien können dazu beitragen, den Alltag sicherer und angenehmer zu gestalten, und so dabei helfen, möglichst lange ein selbstständiges, selbstbestimmtes sowie sozial integriertes Leben zu führen. Grundsätzlich sollten die technischen Systeme/Tools den Benutzer unterstützen, sie sollten den Alltag, die Tagesplanung und Struktur, sowie auch das soziale Netz positiv beeinflussen.
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Beispiel: Bei Ihrer 92-jährigen Mutter wurde eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert. Sie versteckt sowohl ihre Foto- und Sammelalben, als auch ihren Ehering. Dann beschuldigt sie Sie, ihre Schätze weggeworfen zu haben. Wenn Sie ihren Ring und ihre Bilder finden, wendet sie sich ab und geht weg. Dabei murmelt sie: „Wie konntest Du wissen, wo sie sind? Du hast sie aus dem Mülleimer, wo Du sie hineingeworfen hast.“
WAS SOLLTEN SIE TUN?
1. Ihre Mutter davon überzeugen, dass sie ihre Sachen selbst versteckte. Ihr zeigen, wo Sie sie gefunden haben. Ihr versichern, dass Sie diese Dinge nicht brauchen. Sie haben Ihren eigenen Ehering. Nein!
Ihre Mutter wird mit Ihnen streiten, weil sie auf einer unbewussten Ebene des Bewusstseins weiß, dass Sie recht haben. Sie versteckte ihre Schätze selbst mitten in der Nacht, aber sie kann das nicht zugeben. Sie kann sich selbst gegenüber nicht ehrlich sein. Sie versteckte ihre Dinge mit Absicht, um ihr Gefühl von Verlust auszudrücken. Ihre Alben, ihre Sammelalben und ihr Ehering symbolisieren ihre Verluste: ihre Jugend, ihr Mann, ihre Sexualität. Es kommt ihr vor, als wäre sie selbst in den Müll geworfen worden. Sie beschuldigt andere Menschen, sie zu berauben, weil sie selbst nicht dafür verantwortlich sein kann, was ihr geschehen ist. Sie schreit alle und jeden an, um ihrer Wut Luft zu machen, dass sie um ihre Jugend gebracht wurde. Wenn keiner zuhört, nehmen ihre Vorwürfe zu.
2. Die „therapeutische Lüge“ anwenden. Stimmen Sie ihr zu, z.B.: Ja, Sie haben Ihren Ehering und ihre Fotoalben gestohlen, aber Sie würden sie jetzt zurückgeben. Sie braucht sich keine Sorgen zu machen. Sie würden Sie nicht noch einmal stehlen. Nein!
Ihre Mutter wird sich einen Moment ruhig verhalten, aber sie wird Ihnen nicht trauen. Tief in ihrem Innersten weiß sie, dass Sie lügen, dass Sie sie von oben herab behandeln, um sie mundtot zu machen. Sie wird in der nächsten Nacht ihre Sachen wieder verstecken. Sie muss ihren Gefühlen, beraubt worden zu sein, Luft machen, aber es hört sie keiner.
3. Ihr dabei helfen, ihrer Wut Luft zu machen. Versetzen Sie sich in ihre Angst vor dem Altern, vor der Abhängigkeit, vor der Einsamkeit und vor dem Tod. Machen Sie sich bewusst, dass ihr Hab und Gut ein Symbol ihrer Jugend ist. JA!!
WENDEN SIE DIESE VALIDATIONSTECHNIKEN AN
Umformulieren: Z. B. „Dein Ehering ist weg und du sagst, ich hätte ihn gestohlen?“
Beschwören Sie den visuellen Sinn: z. B.: „Das war der schöne Ehering aus Weißgold, bei dem das Datum deiner Trauung innen eingraviert war.“
oder Erinnern: z. B.: „Wie alt warst du, Mutti, bei der Hochzeit? Wie alt war Vati? Wie hast du ihn kennengelernt?“
Wenn Sie ihr wirklich zuhören und Empathie zeigen, wird sie Ihnen sagen, wie viel sie verloren hat. Wenn Sie diese Techniken täglich etwa 10 Minuten lang anwenden, wird ihre Trauer in ca. drei Wochen nachlassen. Sie wird ihr Hab und Gut nicht mehr so oft verstecken. Sie ist zwar nicht geheilt, denn man kann Alterungserscheinungen nicht heilen. Es ist zu spät, um ihr Einsicht zu vermitteln. Sie wird sich aber nun weniger ängstlich und sich bei Ihnen sicher fühlen, denn sie vertraut Ihnen, weil Sie ihr zuhören und sie verstehen.
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Beispiel: Sie sind ein Internist. Sie sind seit 30 Jahren der Hausarzt der 90-jährigen Frau Wagner. Wenn Sie sie untersuchen, beharrt sie darauf, dass Sie ihr Mann sind und möchte von Ihnen unbedingt nach Hause gebracht werden.
WAS SOLLTEN SIE TUN?
- 1. Ihrer Patienten behutsam versichern, dass Sie nicht ihr Ehemann sind. Sie daran erinnern, dass er vor 20 Jahren gestorben ist. Ihr beteuern, dass sie bei ihrer Tochter wohnt. Ihr sagen, dass sie ihr Haus schon lange verkauft hat. Nein!
Anm.: Sie gegen ihren Willen überzeugen zu wollen, wird ihre 90-jährige Patientin nur gegen Sie aufbringen. Sie wird sich allein und verlassen fühlen. Sie hat ihre Fähigkeit verloren, Menschen einzuordnen. Sie verhalten sich wie ihr Mann — Sie berühren ihren Körper – so werden Sie zu ihrem Ehemann. Sie sind ein Symbol für ihren Ehemann. Im Rahmen der Validation ist ein Symbol für etwas bzw. jemanden in der Gegenwart, das für jemanden oder etwas aus der Vergangenheit steht. Sie befriedigt ihre menschlichen Bedürfnisse, jemandem nahe zu sein. Ihre logischen Denkzentren sind beeinträchtigt und sie kann die Uhrzeit nicht mehr ablesen. Sie flüchtet sich in die Vergangenheit. Ihr Zuhause symbolisiert Unabhängigkeit und Wohlbefinden. Sie hat nie gelernt, alt und allein zu sein.
- 2. Ihr Medikamente geben, um ihre Angst abzubauen Nein!
Anm.: Oft können Medikamente dazu führen, dass Menschen sich zurückziehen. Ihre Gefühle sind nun unterdrückt. Sie sagt nicht mehr, dass sie nach Hause gehen will. Sie verleiht Ihren Gefühlen keinen Ausdruck mehr. Sie hört auf zu sprechen und sitzt da, starrt aus dem Fenster, in völliger Benommenheit wie eine lebende Tote.
- 3. Auf ihr Bedürfnis eingehen, in die Vergangenheit zurückkehren zu müssen, in der sie sich geliebt und gebraucht fühlte. Akzeptieren Sie ihren körperlichen Verfall, ihren Verlust des logischen Denkens und ihrer Unfähigkeit, die Uhrzeit abzulesen, ihren Verlust sozialer Kompetenzen. Ja! Wenden Sie folgende Validation-Techniken an:
Sich sammeln und zentrieren: Wenn Ihnen das Verhalten eines älteren, mit Demenz diagnostiziertem Patienten peinlich ist oder wenn es sie frustriert, können Sie ihm nicht zuhören. Sie werden wertend. Mit Ihren eigenen Emotionen beschäftigt, ignorieren Sie die der anderen Person. Zentrierung ist eine Art zu atmen, um sich von Emotionen zu befreien, damit man sich den Gefühlen eines anderen annehmen kann. Atmen Sie durch die Nase ein und folgen Sie dem Atem im Geiste bis ca. 5 cm unter Ihrem Bauchnabel. Das ist Ihr Schwerpunkt. Atmen Sie im Geiste von Ihrem Zentrum aus. Wiederholen Sie diese Atmung, einatmen durch die Nase, ausatmen von dem Zentrum, fünf Mal wiederholen.
- Gehen Sie auf ihre Gefühle ein und fassen Sie sie in Worte: z. B.: „Sie sehnen sich nach Johann (ihr Ehemann). Sie vermissen ihn sehr. Sie standen sich so nahe.“
- Verwenden Sie Polarität – nach dem Extremen fragen: z. B.: „Was vermissen Sie am meisten an ihm?“
- Umformulieren: z. B.: „Sie möchten wieder in Ihren eigenen vier Wänden wohnen. Was würden Sie dort tun?“
- Erinnern: z. B.: „Haben Sie das Haus gemeinsam mit Johann gebaut?“
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Menschen die vergesslich sind, vergessen oft, den Herd nach dem Kochen auszuschalten oder sogar einen Topf auf den Herd zu stellen. Die automatische Herdabschaltung schafft Abhilfe!
Menschen die vergesslich sind, vergessen oft, den Herd nach dem Kochen auszuschalten oder sogar einen Topf auf den Herd zu stellen. Häufig können auch die Beschriftungen an den Schaltern nicht mehr gelesen werden und der Herd heizt auf kleiner Stufe weiter. Die Gefahr eines Brandes ist hoch.
Häufig wird den älteren Menschen dann die Herdsicherung herausgedreht und der Herd somit funktionsunfähig gemacht. Dies führt zu einer deutlich verringerten Lebensqualität und zunehmender Unselbständigkeit der Betroffenen. (Gleichzeitig wird ein eventuell vorhandener Pflegedienst in seinen Arbeitsabläufen behindert, da das Kochen in der eigenen Wohnung dadurch unmöglich wird.)
Dies begünstigt auch eine frühzeitige Einweisung in Pflegeheime. Mit der Herdüberwachung können die Betroffenen oft noch lange in ihrer Wohnung bleiben und ihren gewohnten Herd sicher weiter nutzen. Da die Bedienung in keiner Weise geändert werden muss, ist die Herdüberwachung auch bei fortgeschrittener Demenz heute ein häufig eingesetztes Hilfsmittel.
Die Herdüberwachung startet automatisch, wenn der Herd eingeschaltet wird. Sie schaltet den Herd ab, wenn eine vorher eingestellte Zeit erreicht oder eine kritische Temperatur überschritten wird. Sie unterbricht die Stromzufuhr dauerhaft. Die Rücksetzung erfolgt nach Abschaltung des Herdes automatisch (20 min.) oder manuell durch Drücken der Taste am Hitzesensor.
KANN EINE HERDÜBERWACHUNG GARANTIERT BRÄNDE VERMEIDEN?
Sofern die Überwachungseinheiten richtig eingebaut sind, können diese durchaus das Entstehen von Bränden durch überhitzte und vergessene Herdplatten verhindern.
KÖNNEN BLINDE DIE HERDÜBERWACHUNG NUTZEN?
Bei eingeschalteten Signaltönen ist die Herdüberwachung auch für blinde Menschen ein ideales System, um Ihren Alltag. sicherer zu gestalten.
Fragen Sie den Installateur Ihres Vertrauens, so eine Vorrichtung kostet samt Einbau ca. rund 500€ und ist sehr nützlich!
Quelle: DRK-Kreisverband Karlsruhe e. V.
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Kinder und vor allem jüngere Enkelkinder fragen oft, wie sie mit ihrer Oma oder ihrem Opa reden sollen, wenn sie/er schon schwerer dement ist. Validieren ist hier der richtige Weg. Es ist eine einfache Methode und das Beispiel soll es zeigen
BEISPIEL
Deine 88-jährige Oma kritisiert dich ständig und besteht darauf, dass du ihre Schwester Helene bist. Du hast versucht, ihr „die Wahrheit“ zu sagen, aber es hat nicht geholfen. Was solltest du tun?
- Ihr einen Brief schreiben, um ihr zu sagen, dass sie sich irrt?! Weil Schreiben leichter geht als Diskutieren!? Nein!
Denn: Deine Oma sieht vermutlich auch sehr schlecht. Sie kann deinen Brief nicht lesen. Ihre Gehirnzellen sind außerdem geschädigt und sie kann die Uhrzeit nicht mehr ablesen. Sie weiß weder welcher Tag noch welches Datum ist und so kann sie sich in die Vergangenheit zurückziehen und ihre Schwester sehen. Du hast die gleiche Augen- und Haarfarbe wie ihre Schwester Helene. Deine Oma hat nicht geweint als ihre Schwester starb. Sie will es nicht wahrhaben, dass Helene nicht mehr am Leben ist. Es ging ihr so schlecht, dass sie nichts mehr fühlte. Deine Oma muss mit ihrer Schwester sprechen. Sie sieht dich an und sieht Helene. Deine Oma kann nicht akzeptieren, dass Helene tot ist. Du kannst sie davon nicht überzeugen.
- Stimme deiner Oma zu und belüge sie sanft: „Du hast recht, Oma. Mein Name ist Helene“ Nein!
Nein. Du sollst weder deine Oma noch jemanden anderen je anlügen. Ganz tief im Innersten weiß deine Oma, dass Helene gestorben ist, aber sie will es nicht wahrhaben. Wenn du sie anlügst, wird deine Oma zwar nichts sagen, aber sie weiß, dass etwas nicht stimmt und sie wird dir nicht vertrauen.
VORSCHLAG
Sammle und zentriere dich! Atme tief durch die Nase ein und durch den Mund aus, wenn dich deine Oma kritisiert oder dich mit Helene anredet. Lege deinen Finger auf die Stelle gleich unter deinem Nabel. Das ist dein Zentrum, wo du sehr stark bist. Stell Dir vor, der tiefe Atemzug kommt aus deinem Zentrum. Folge dem Atem im Geiste zurück zu deiner Nase. 5 tiefe Atemzüge – durch die Nase ein- und von deinem Zentrum ausgehend ausatmen.
SCHAU dir deine Oma genau AN. Versuche dich selbst so zu sehen, wie sie dich sieht. Bitte sie, dir mehr über Helene zu erzählen: „Oma, ist Helene sehr hübsch? Was gefällt dir AM BESTEN an Helene. Was magst du nicht an ihr?“
Deiner Oma wird es gut tun, über ihre Schwester sprechen zu können. Wenn du ihr aufmerksam zuhörst und ihr hilfst, so viel wie sie braucht zu sagen, wird sie nach einer Weile vielleicht zu Dir sagen: „Helene ist tot. Elsa, du hast so schöne blaue Augen und blonde Haare. Du siehst wie sie aus.“
Auch Eltern mit Jugendlichen können diesen Kurs besuchen: „Validation für Angehörige von Menschen mit Demenz“.
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„Der Klang deiner Stimme wirkt beruhigend!“
Neben dem WAS gesagt wird, kommt es noch mehr darauf an, WIE etwas gesagt wird. Der Ton macht die Musik!
Gerade Personen mit einer Demenzerkrankung, oder Menschen die sich unsicher sind, achten auf die Art der Sprache und die Betonung, um so auch über die Sprache, besonders den Tonfall, eine drohende Gefahr rechtzeitig wahrnehmen zu können.
In der Pflege und Betreuung können vielfältige akustische Signale und Hilfen eingesetzt werden. Neben der Musik in allen Variationen ist die Stimme (Rufen, Singen und das Aufsagen von Gedichten) gut geeignet Reize zu setzen. Durch Anbieten und Produzieren von Geräuschen und das Erkennen von Tierstimmen erhält ein alter, verwirrter Mensch die Möglichkeit sich rhythmisch zu betätigen. Das Erzeugen von Tönen, Klängen oder Rhythmen verstärkt beim Betroffenen das Erleben der eigenen Wirksamkeit was die positiven Erfahrungen allein oder in der Gemeinschaft ermöglicht.
Die Bedeutung von Gesprächen, Erzählen, vorlesen oder kommentieren wird oft unterschätzt. Alle Handlungen sollen kommentiert oder erklärt werden. Bei der Pflege sollte gesprochen oder gesungen oder ein Gedicht aufgesagt werden - nicht wortlos gepflegt werden. Durch das Gespräch wird Kontakt hergestellt, ernst genommen, zugehört und Zuneigung und Wertschätzung ausgedrückt. Die andere Person wird als Mensch wahrgenommen.
Bei Hörstörungen ist besonders die ganzheitliche Wahrnehmung zu fördern. Der Anblick von Gestik, Mimik und den Bewegungen der Lippen fördern das Verstehen und das verstanden werden. Wenn zuerst der Blickkontakt hergestellt wird, ist die Voraussetzung dazu gegeben.
Ein besonderes Problem ist der Umgang mit Hörgeräten. Nach allgemeiner Erfahrung werden diese oft nicht richtig eingesetzt. Die Batterien sind oft leer und die Einstellung der Lautstärke und des Frequenz-Spektrums ist schwierig und schließlich gehen die Hörgeräte oft verloren. Sie werden aus dem Ohr genommen, in Servietten gewickelt und dann oft entsorgt.
Tipp: Überprüfen Sie ob das Hörgerät richtig sitzt, die Batterie geladen ist und es auch funktioniert. Werfen Sie keine Servietten oder Taschentücher ohne Kontrolle weg und schauen Sie in die (Bett-)Wäsche, vor dem waschen in der Waschmaschine, um nicht das Hörgerät unabsichtlich mitzuwaschen. Achten Sie darauf, ob das Hörgerät beim Tragen richtig sitzt und beim Schlafen heraus genommen wurde, um Druckstellen zu vermeiden (Achtung: nicht mit Hörgerät in die Dusche!).
Ein unmittelbarer emotionaler Zugang erfolgt über die Musik. Die Melodie löst die Erinnerung des Textes aus, es kommen Texte zum Vorschein, die längst verloren geglaubt waren. Musik wirkt aber nur dann beruhigend, wenn sie eine positive Verankerung in der Lebensgeschichte hat. Die positive Wirkung von Musik ist inzwischen unbestritten. Zahlreiche Bericht weisen auf die positiven Effekte von Musik hin. Die bindungsstärkende Wirkung von Musik erfolgt auf verschiedene Ebenen und Zugangswegen.
Ein Beispiel ist der mittlerweile berühmte YouTube Film von Naomi Feil:
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„Suche Zugang zum Inneren eines jeden Menschen zu finden, aber gestatte auch jedem anderen, in deine Seele zu blicken.“ (Petzold 2003, S.183)
Für Menschen mit Demenz, die ihre Gefühle, Bedürfnisse oder Wünsche nicht mehr verbal ausdrücken oder zwischenmenschliche Probleme nicht mehr mithilfe der Sprache lösen können, wird das Verhalten schließlich zum wichtigsten Weg um sich mitzuteilen.
UNSER ALLER VERHALTEN WIRD GEPRÄGT DURCH UNSERE INDIVIDUELLE BIOGRAFIE
Durch die Erfassung der Biografie des alten Menschen können wir erkennen, warum der Mensch in Situationen des Alltags (wie im Badezimmer oder in der Küche oder beim Schlafverhalten) so reagiert, wie er reagiert.
Fragen Sie „wie war das Früher?“ – nach dem Leben, der Biografie und lassen Sie sich die Geschichte erzählen, um Möglichkeiten zu identifizieren, warum die Pflege und Betreuung nicht so funktioniert und die/der Betroffene sich anders verhält!
HILFREICH ZU BEDENKEN WÄRE
- Wann, beziehungsweise bei welchen Handlungen, wendet sich der Mensch in der Pflegehandlung von mir ab, weint oder schreit?
- Können Momente festgehalten werden, wo dies passiert und diese Momente dann vielleicht umgangen werden?
- Gibt es Tageszeiten oder Jahreszeiten wo Verhaltensveränderungen auftreten? (Zum Beispiel, wenn es finster wird am Abend oder immer mittags, wenn früher die Kinder von der Schule heimgekommen sind?)
BEISPIELE
- Vielleicht ist das Waschen beim Waschbecken einfacher statt das Duschen, oder vielleicht ist ein anderer Zeitpunkt besser?
- Vielleicht doch eher eine Suppe wärmen oder gibt es eine Lieblingsspeise von Früher?
- Wie hat die/der Betroffene das gemacht, wie er noch jung war?
Vielleicht kann die Tagesstruktur so gestaltet werden, wie sie zu der Zeit war, in der die/der Betroffene sich gerade befindet? Wenn ein Bäcker zum Beispiel immer früh aufstand, dann kann er auch im Alter jetzt auch immer früh aufstehen. Aber damit er sich zurechtfindet, vielleicht kann er seine Bäckerschürze anziehen und von Früher erzählen? Dann wird er wieder schlafen gehen, wenn dieses Bedürfnis erfüllt ist.
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Gerade Körperpflege ist ein Ritual, welches uns „Normaliern“ angenehm ist – und das sollte es auch sein! Es verhilft zu einem guten Gefühl, man fühlt sich frisch und riecht gut. Die tägliche Körperpflege kann für Menschen mit Demenz ein sensibles Thema sein. Schon eine Kleinigkeit wie Wasser in den Augen oder Ohren kann Ängste auslösen oder Aggression.
Menschen mit Demenz können ihre Ängste und Wünsche aber oft nicht in Worte fassen. Sie reagieren mit ihrem ganzen Körper und kommunizieren durch ihre oft unterschiedlichen Reaktionen. Um die Person optimal unterstützen, die Autonomie und Wahlfreiheit trotzdem zu gewährleisten sowie die Vorlieben und Lebensgewohnheiten zu beachten, muss vorsichtig vorgegangen werden.
Zeigt die Person Abneigung gegenüber der Pflegehandlung, wehrt sich zum Beispiel gegen das Betreten des Badezimmers, so will sie uns damit sagen, dass wir eine andere Methode der Körperpflege einsetzen sollen.
Aus dem Buch: „Körperpflege ohne Kampf“ (Buch von A.L. Barrick et al.)
ALLGEMEINE RICHTLINIEN FÜR DIE KÖRPERPFLEGE
- Die Person in den Mittelpunkt stellen, nicht die Aufgabe. Welche Vorlieben gibt es?
- Flexibel und kreativ sein – singen beim Waschen, Umgebungsgestaltung mit Düften, Waschen im Wohnzimmer mit Waschschüssel ist vielleicht besser akzeptiert.
- Überzeugen und überreden, nicht drängen und zwingen.
- Teilen Sie Komplimente aus und loben Sie – das motiviert!
- Innehalten – wenn die Person unruhig wird, halten Sie inne und schätzen sie die Situation neu ein. Dass jemand während der Körperpflege weint, seufzt oder streitet ist nicht „üblich“. Was könnte der Grund sein? Schmerzen? Ängste aufgrund schlechter Erinnerungen?
- Rat und Hilfe holen – sprechen Sie mit Fachleuten und Freunden über das Thema. Hilfe holen ist ein Zeichen von Stärke!
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Jeder Mensch braucht gesunde Ernährung, natürlich auch Menschen mit Demenz! Allerdings gibt es hier ein paar Herausforderungen, die eine lustvolle Ernährung und Essen als gesellschaftliches Event manchmal erschweren. Warum? Nun, Änderungen vollziehen sich aufgrund der Demenz.
- Vorlieben für Nahrungsmittel können sich ändern und daher manche Lieblingsspeisen von Früher nicht mehr gegessen werden. (Geschmäcker ändern sich ja bei jedem Menschen, aber Menschen mit Demenz können dies vielleicht nicht mehr kommunizieren!)
- Vielleicht wird vergessen, dass vorhin gerade gegessen wurde oder Essen wird für später aufgehoben.
- Manchmal wird das Hungergefühl nicht mehr erkannt oder kann nicht mehr adäquat ausgedrückt werden.
- Zahnschmerzen oder Halsschmerzen (oder sonstige Schmerzen) können nicht mehr ausgedrückt werden, aber hindern beim Essen.
- Vielleicht wird auch die Speise selbst nicht mehr richtig erkannt oder am eigenen Teller gefunden und daher entweder gar nicht oder vom Teller der Tischnachbarin gegessen. (Wenn der Tischnachbarin beim Essen zugesehen wird, wird deren Essen erkannt und daher womöglich von diesem Teller gegessen.)
UM GUT UNTERSTÜTZEN ZU KÖNNEN, SOLLTE MAN DAHER
- Auf die Reduktion der Umgebungsgeräusche achten (Radio und TV lenken ab vom Essen).
- Auf Vorlieben für Nahrungsmittel und Getränke sollte eingegangen werden.
- Wie und wo wird denn am liebsten gegessen?! Bei Tisch oder lieber wo anders? Lieber alleine oder in Gesellschaft?
- Auch auf die Tischgestaltung und das Geschirr sollte geachtet werden – Muster machen es schwer, das Essen zu erkennen und Genuss beim Essen zu erleben. Einfarbige Tischtücher und Geschirr ohne Muster sollte bevorzugt werden. Kontraste können beim Erkennen des Essens helfen.
- Womöglich ist die Brille auch nicht mehr in der richtigen Sehstärke?! (Das Auge isst mit.)
- Wenn Besteck nicht mehr so einfach verwendet werden kann, kann auf „Finger-Food“-Portionierung umgestiegen werden und die Autonomie beim Essen bleibt erhalten.
Wenn Menschen mit Demenz aufgrund ihres veränderten Durstgefühls nicht ausreichend trinken, so kann man darauf achten, ausreichend Obst, Joghurt, Kompott und Pudding sowie Suppen anzubieten, dadurch wird auch viel Flüssigkeit aufgenommen!
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„Es gibt nichts Schwierigeres, als Beziehungen. Ein Mensch kann einem den Morgen verzaubern und den Abend versauen.“ (Erich Schützendorf)
Beziehungen sind ein Geben und Nehmen. Leiden und Leiden lassen, keine Beziehung kommt ohne dem aus. Pflegebeziehungen verlaufen genauso. Menschen mit Demenz brauchen Halt. Sie mögen es, gehalten zu werden, (nicht gestreichelt).
Um dem Menschen als Menschen zu begegnen, bedarf es Spürsinn für die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers und der Eigenen. Zeit für Kommunikation, Behutsamkeit, das Ansprechen der Gefühle. Validationstechniken können diesen Weg in eine gute Beziehung unterstützen.
„Wir müssen anfangen Biotope aus unseren Wohnbereichen für Menschen mit Demenz zu machen, nicht Menschen mit Demenz in unsere Welt zu stecken.“ (Erich Schützendorf)
Menschen mit Demenz werden ohnehin oft ausgegrenzt, da sie in unserer Gesellschaft, in unserer Welt nicht zurechtkommen. Erich Schützendorf postuliert, den Raum für Menschen mit Demenz so einzurichten, wie diese/r es braucht. Im Sinne der Würde sollte überlegt werden was dem Menschen jetzt gut tut - nicht was dem vorher gesunden Menschen gutgetan hat (Erich Schützendorf, Meine Lebensverfügung für ein gepflegtes Alter, ISBN 978-3-497-02711-8).
- Tipp: Wenn Sie also sehen, wie jemand mit dem Wasser aus seinem Wasserglas wie mit Fingerfarben zu malen beginnt, lassen Sie es geschehen und bieten Sie ein zweites Glas Wasser zu trinken an.
- Tipp: Wenn Sie also sehen, wie jemand die Zeitung in kleine Teile zerreißt und ordnet, dann lassen Sie dies zu und bestärken mit positiven Worten wie „so viel zu tun!“
- Tipp: Eine Technik aus der Validation, das Zentrieren, hilft in jeder Situation bei sich selbst zu sein und nicht im Affekt zu reagieren. Sie haben so sie Möglichkeit zuerst Ihre Gefühle zu erkennen und nicht einfach in der Situation der Überforderung zu reagieren. Sie können dadurch sich selbst innere Ruhe verschaffen und dann überlegt handeln.
Eine einfache Form des Zentrierens: Atmen Sie durch die Nase ein und folgen Sie dem Atem im Geiste bis ca. 5 cm unter Ihrem Bauchnabel. Das ist Ihr Schwerpunkt. Atmen Sie im Geiste von Ihrem Zentrum aus. Wiederholen Sie diese Atmung, einatmen durch die Nase, ausatmen von dem Zentrum, fünf Mal wiederholen.
Validation ist ein wunderschöner und empathischer Zugang zu einer gelingenden Beziehung, hier finden Sie Möglichkeiten, die Validationstechniken zu erlernen:
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Wenn der Bewegungsdrang sehr groß ist und der Wille spazieren zu gehen da ist, dann ist das manchmal an so heißen Tagen gar nicht einfach. Sicherheit geht vor und oftmals bleibt man dann lieber in der (leider heißen) Wohnung anstatt bei strahlendem Sonnenschein, wolkenlosem Himmel und Temperaturen über 28 Grad draußen stundenlang spazieren zu gehen. Doch kann dies dazu führen, dass sich Betroffene unbehaglich fühlen, weil sie lieber Bewegung machen würden als zuhause zu sitzen. Es kann auch dazu führen, dass Schlafstörungen auftreten. Durch die zu geringe Bewegung tagsüber wird dann nachts nicht gut geschlafen. Ein mehrmaliges Aufstehen und Herumgehen in der Nacht (öfter als üblich) kann die Folge sein.
DOCH WELCHE AUSFLÜGE SIND MÖGLICH OHNE DIE GESUNDHEIT ZU GEFÄHRDEN, WENN ES SO HEISS IST
Tipp 1: Besuchen Sie ein Einkaufszentrum. Große Einkaufszentren sind klimatisiert. Wenn man in diesen 2-3 Stunden bleibt, kann man gut spazieren gehen und sich gleichzeitig abkühlen!
Tipp 2: Achten Sie darauf, dass vergessliche Menschen ausreichend trinken. Kleinere Trinkmengen (in kleineren Gläsern) anbieten ist wichtig. Vielleicht gab es ein Lieblingsgetränk aus der Kindheit, das gerne getrunken wird?
Tipp 3: Wenn Sie viel Obst (klein geschnitten) als Zwischenmahlzeit anbieten oder auch Pudding und Joghurt dann können Sie auch damit viel Flüssigkeit zuführen.
Tipp 4: Sonnenhut und Sonnencreme sind immer wichtig. Wenn in den Einkaufszentren zu viele Menschen unterwegs sind, ist ein Abendspaziergang im schattigen Park vielleicht die bessere Lösung. Achtung: Wenn nicht ausreichend getrunken wird, so kann dies dazu führen, dass der Betroffene noch mehr verwirrt ist!
Tipp 5: Die Zunge und Lippen sollten feucht sein, daran kann gut erkannt werden ob die Flüssigkeitszufuhr ausreicht. Bei diesen heißen Temperaturen schwitzt man auch in der Nacht sehr viel, da kann es leicht dazu kommen, dass aufgrund geringer Trinkmengen die Flüssigkeitszufuhr nicht ausreicht.
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HALTEN SIE IHRE LIEBEN, WELCHE DEMENZ HABEN, AKTIV UND ENGAGIERT!
Es ist schwierig, altersgerechte Aktivitäten zu entwickeln, die Menschen mit Demenz Sinn und Zweck geben. Diese zweckmäßigen, praktischen Aktivitäten bieten Menschen mit Demenz Vergnügen und Erholung und bewahren ihre Würde und Selbstachtung. Möglicherweise verfügen Sie nicht über alle diese Artikel, daher sind möglicherweise einige Käufe erforderlich. Glücklicherweise sind sie kostengünstig mit nach Hause zu nehmen und die Ergebnisse können sich mehr als lohnen. Wie immer bei einer an Demenz leidenden Person hängt der Erfolg jeder Aktivität stark vom Fortschreiten der Krankheit ab. Wir möchten in dieser dreiteiligen Tipp-Reihe verschiedenste Möglichkeiten für Sie zusammenfassen.
1. "SPIELEN" MIT FARB-MUSTERN AUS DEM BAUMARKT
In Baumärkten gibt es immer diverse Farbmuster-Karteien. Diese Farbpaletten sind in einer Vielzahl von Farben, Formen, Größen und Texturen erhältlich, oftmals Einzelkarten, die man sich gratis mitnehmen kann. Abhängig vom Fortschreiten der Erkrankung Ihrer Angehörigen können sie auf verschiedene Weise mit den Farbkarteikarten umgehen, von der einfachen Manipulation mit den Händen über die Übereinstimmung von Ähnlichkeiten bis hin zur Erstellung von Farbpaletten oder Collage-Bildern. Dies ist eine schöne Freizeitbeschäftigung und kann sehr beruhigend wirken.
2. ERKUNDUNG EINER SCHMUCKSCHATULLE
Viele Menschen haben gute Erinnerungen daran, als Kind in der Schmuckschatulle eines älteren Verwandten zu stöbern. In der Tat sind Schmuckschatullen wahre Schatzkammern für Menschen jeden Alters. Egal, ob Ihre alternden Lieben einfach in die Kiste schauen oder sie organisieren, sie werden gerne an dieser altersgerechten Aktivität teilnehmen. Eine Aktivität die Enkelkinder und Großeltern gemeinsam machen können!
Bitte denken Sie daran, dass diese Aufgabe für manche Menschen mit Demenz überwältigend oder verwirrend sein kann. Berücksichtigen Sie daher beim Einrichten dieser Aufgabe unbedingt die individuellen Fähigkeiten Ihres alternden geliebten Menschen.
3. SORTIEREN VON BESTECK
Die Forscher entdecken weiterhin die Vorteile von Montessori-basierten Methoden für Menschen mit Demenz. Die Arbeit mit "praktischem" Material kann Senioren dabei helfen, eine Verbindung mit der Welt um sie herum aufrechtzuerhalten. Zu den Aktivitäten im Zusammenhang mit Silberwaren zählen das Sortieren und Umstellen der Besteckschublade sowie das Waschen und Polieren von Gabeln, Löffeln und Messern. Die Komplexität der Aufgabe hängt vom Fortschreiten der Krankheit Ihrer Lieben ab.
4. MANIPULIEREN VON PVC-ROHRVERBINDUNGSSTÜCKEN
In einer anderen altersgerechten Aktivität können PVC-Rohrverschraubungen je nach den Fähigkeiten Ihrer Lieben auf verschiedene Arten manipuliert werden. Menschen mit Demenz finden diese Arbeit oft erfüllend, vom Ein- und Auspacken bis zum Verschrauben. Eine Aktivität, die auch gemeinsam mit Enkelkindern durchgeführt werden kann.
5. COUPONS AUSSCHNEIDEN
Unabhängig davon, ob Ihr älter werdender Angehöriger zuvor ein begeisterter Couponer war oder noch nie in seinem Leben einen Coupon gekürzt hat, es gibt immer noch viel Erfüllung im Coupon-Clipping. Diese Aufgabe beschäftigt nicht nur den Geist von Demenzkranken, sondern beinhaltet auch ein wertvolles Element der Sozialisation - insbesondere, wenn Sie daran arbeiten, Coupons zusammenzuschneiden.
Denken Sie daran, das Endprodukt spielt keine Rolle. Bei Menschen mit Demenz liegt der wahre Vorteil darin, dass sie etwas zielgerichtet tun, nicht im Ergebnis.
6. TUPPERWARE
Während Blöcke für Kinder geeignet sein können, bietet Tupperware eine ideale Alternative für ältere Hände. Tupperware ist nicht nur eine praktische Erfindung für die Aufbewahrung und Organisation von Lebensmitteln, sondern auch eine hervorragende Möglichkeit, Menschen mit Demenz in Kontakt zu bringen. Manche Personen können Deckel an- und abnehmen sowie Tupperware-Teile sortieren und stapeln, während andere die Behälter einfach halten und anfassen können.
Wenn Sie noch keine Sammlung von Tupperware haben, können Sie Sets zu geringen Kosten im Fachhandel erwerben. Um dieser Aktivität noch mehr Spaß und Flair zu verleihen, suchen Sie bunte Teile in verschiedenen Formen. Alternativ können Sie auch stapelbare Messbecher oder andere bunte Plastikbehälter verwenden.
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TITEL: BIS ICH UNTERM HIMMEL HÄNGE
Eine Ermutigung für Angehörige von Menschen mit Demenz!
Doris Reckewell, Tochter und Andrea Jandt, Leiterin eines Pflegeheimes stellen in diesem Buch sehr einfühlsam den Verlauf einer Demenzerkrankung dar. Reckewells Mutter leidet an Demenz und ihre Tochter beschreibt sehr einfühlsam in Geschichten die Symptome der Demenz.
Jandt ergänzt zu den Beispielen dann mit ihrem Fachwissen zum Thema. So erhält die Leserin, der Leser einen sehr tiefen Einblick und kann sein Wissen erweitern. Zusätzlich ist das Buch ein Plädoyer sich seinen Ängsten und Gefühlen zu stellen und auch dazu, sich als Angehöriger helfen zu lassen. Das Buch ist eine gute Hilfestellung für pflegende Angehörige um in den unterschiedlichsten Lebenssituationen mit Menschen mit Demenz einen empathischen Zugang und Verständnis für sich selbst und den betroffenen Menschen zu finden.
Der Verlust des Partners, obwohl er noch da ist, der Verlust des intellektuellen Austausches, der Verlust für die Projektionsfläche der eigenen Identität im Anderen, der Verlust der erfüllten oder abgewiesenen Erwartungen, der Verlust der gemeinsam erlebten Zweisamkeit und der Verlust des Familiengefüges und des Rollengefüges wird angesprochen und Wege der Bewältigung beschrieben. Mit dem Verweis auf weiterführende Literatur und Filme sowie auch Informationen zum Thema Demenz für Kinder ist dieses Buch fachlich inhaltlich sehr gut abgerundet und für alle Altersgruppen empfehlenswert!
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Ausbildungszentrum Wiener Rotes Kreuz
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