Äthiopien: Selbstermächtigung von Frauen und gerechter Zugang zur Gesundheitsversorgung
Das Österreichische Rote Kreuz engagiert sich schon seit mehreren Jahren, um die Lebensqualität Äthiopischer Stämme zu verbessern. Mit 2022 begann die zweite Phase des Projektes in Assosa Woreda, in Benishangul Gumuz, im Nord-Westen von Äthiopien.Das Projekt wird voraussichtlich bis Juli 2024 laufen.
Ausgangssituation
Benishangul-Gumuz ist eine ländlich geprägte Region an der Grenze zum Sudan, in der gesundheitsschädigende traditionelle Praktiken stark verbreitet sind. Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) ist insbesondere in der eingesessenen Ethnie der Berta, die in der Umgebung der Hauptstadt Assosa siedelt, als gesellschaftlich-kulturelles Problem tief verwurzelt. 95% der Frauen und Mädchen sind davon betroffen. In der ersten Phase des Projektes war es das Ziel, die Einstellung der Zielbevölkerung gegenüber schädlichen traditionellen Praktiken zu verändern. Alle vier Zielgemeinden waren zum Ende der ersten Projektphase für mehrere Monate frei von weiblicher Genitalverstümmelung. Nachhaltige Veränderung braucht jedoch mehr Zeit. Daher wird im Rahmen dieses Projektes die inhaltliche Ausrichtung fortgesetzt und die Zielgemeinden werden erweitert, um den anspruchsvollen Prozess einer kulturellen Veränderung weiter zu begleiten.
Ziel des Projekts
Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in Assosa Woreda Äthiopien. Erhöhte Akzeptanz in der Gemeinschaft für den Kampf gegen FGM und das Setzen sozialer Maßnahmen zur Verringerung schädlicher traditioneller Praktike
Erwartete Ergebnisse
Verbesserung des Bewusstseins, des Wissens und der Einstellung der Bevölkerung zu den negativen gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen von Genitalverstümmelung und Kinderheirat.
Verbesserter Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen an Schulen und Gesundheitseinrichtungen in den Zielgemeinden.
Verbesserte Kapazitäten der Gesundheitsdienste in den Gesundheitseinrichtungen
Verbesserte alternative Lebensgrundlagen für Familien von gefährdeten heranwachsenden Mädchen und Beschneider:innen in den Zielgemeinden.
Das Projekt erzielte bereits große Erfolge, wie die Aufschrift des Plakats zeigt: "Dieses Dorf ist frei von weiblicher Genitalverstümmelung"
Zielgruppe
Insgesamt werden mit dem Projekt 25.200 Menschen in sechs Kebeles in Benishangul Gumuz, Assosa Zone direkt erreicht. Darunter befinden sich Gemeindemitglieder (Familien), Patientinnen, Gemeindevorsteher, religiöse Führer, Schüler:innen, Lehr- und Gesundheitspersonal und Beschneider:innen.
Projektaktivitäten
Stärkung der Partnerschaft und Mitgestaltung von Ansätzen zur Prävention von FGM und Kinderheirat mit lokalen Interessengruppen, einschließlich Lern- und Austauschbesuchen
Stärkung der Gender Clubs in 10 Schulen (4 alte & 6 neue) durch Unterstützung von Material und Training, einschließlich der Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen
Bewusstseinsbildung durch Schulungen, Kampagnen, Seminare mit lokalen Beamten und die Stärkung von Vorkämpfern in der Gemeinde
Renovierung von mädchen-freundlichen Menstruationsräumen in Schulen, um einen sicheren Raum zu schaffen
Bereitstellung von Menstruationshygiene-Kits für 1.200 Schülerinnen
Unterstützung des Gesundheitspersonals mit Trainings und medizinscher Ausrüstung
Eröffnung von neuen Einkommensquellen und wirtschaftliche Unterstützung für Beschneider:innen und besonders gefährdeten Familien
Aufbau eines Geschäftes auf Gemeindeebene für Damenhygiene und andere Produkte
Kapazitätsaufbau von Zweigstellen des Roten Kreuzes in Assosa
Projektpartner
Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Äthiopischen Roten Kreuz (ERCS) von der Austrian Development Agency und Finnish Red Cross unterstützt.