Das Rote Kreuz unterstützt das Altern in Würde auch international. Im Südkaukasus – eine der Schwerpunktregionen der internationalen Arbeit - arbeiten wir eng mit lokalen Rotkreuz-Gesellschaften zusammen, um Kapazitäten zu stärken und für ein gutes Leben im Alter zu sorgen.
In Georgien gibt es aktuell wenig Angebot an Pflege. Anders als in Österreich gibt es keine Versicherungen, die Pflege- und Betreuungsmaßnahmen im Alter finanzieren würden und auch von staatlicher Seite bekommen Menschen mit Pflegebedarf wenig Unterstützung.
Pflege und Betreuung passiert in der Familie oder es werden Spitäler aufgesucht, was das Gesundheitssystem zusätzlich belastet. Der Bedarf an Pflege und Betreuung ist unter den älteren Menschen hoch und seit Covid-19 noch größer geworden.
Das Georgische Rote Kreuz reagiert auf diesen Bedarf und baut aktuell einen mobilen Pflegedienst auf. Um die private Pflege und Betreuung zu unterstützen werden zudem Coachings und Trainings für pflegende Angehörige entwickelt und implementiert. Außerdem soll ein Trainingszentrum, das speziell auf Hauskrankenpflege ausgerichtet ist, aufgebaut werden.
Aber wie soll die mobile Pflege langfristig finanziert werden?
Um diese Frage zu beantworten, startet in Kürze der „RedPreneur“, ein Business-Inkubator des Roten Kreuzes. Das Georgische Rotes Kreuz wird dann einen Business Plan mit professionellen Coaches für den Pflegebereich erarbeiten, um das Angebot auch nachhaltig finanzieren zu können.
Im Rahmen von „RedPreneur“ soll nicht nur ein Business-Plan für mobile Pflege entstehen, sondern auch einer für stationäre Pflegeheime in Armenien.
Bisher werden die Pflegeheime des Landes von der Regierung betrieben, die Zustände dort sind wenig lebenswert. Das wird sich mit Hilfe des Roten Kreuzes ändern: bereits seit Mai betreibt das Armenische Rote Kreuz ein Pflegeheim und kümmert sich um die 160 Bewohner_innen.
Dringend notwendig sind Investitionen in die Infrastruktur und die Erarbeitung von Mindeststandards in der stationären Pflege, die dann überall angewandt werden können.
Dazu gehören beispielsweise
- Standards für die Ernährung
- Hygienestandards
- Standards für die Gewinnung von Pflegepersonal
- Wie soll die Ausstattung der Zimmer sein
Durch gezielte Lobbying-Arbeit sollen die gehobenen Rotkreuz-Standards dann zu nationalen Standards werden.
Pflege in den Stundenplan. Die internationalen Pflegeprojekte richten sich auch an die Ausbildung des Pflegepersonals. Aktuell ist in Armenien der Umgang mit bettlägrigen Menschen nicht Bestandteil des Ausbildungs-Curriculums von Krankenpflegepersonal.
Um zu überprüfen, ob sich die Maßnahmen gut entwickeln, wurde eine Steuersgruppe bestehnd aus Mitgliedern des Armenischen Roten Kreuzes und des Österreichischen Roten Kreuzes gegründet. Hier findet sich sehr viel fachliche Expertise, dadurch kann die inhaltliche Komponente gut abgedeckt werden und das Know-how bestmöglich transferiert werden.