Tatev & Christoph: Wie kommt es, dass ihr beim Europäischen Solidaritäts Korps dabei seid?
Tatev: In Armenien gibt es einen Chat in dem sich die Freiwilligen untereinander austauschen. Dort habe ich von dem Projekt erfahren. Seitdem möchte ich am ESK teilnehmen, aber ich dachte nicht, dass ich ausgewählt werden würde. Während Corona gab es nicht viele ESK-Projekte, darum habe ich mich sofort beworben (mit Lebenslauf und Motivationsschreiben), als ich das neue Projekt in Österreich gesehen habe! Nach mehreren Interviews bin ich jetzt wirklich hier und ich kann es noch gar nicht richtig glauben! :-)
Christoph: Unser Bezirksstellengeschäftsführer, Manfred Lang, hat über das Generalsekretariat von dem Projekt erfahren. Sie hatten ihn gefragt, ob wir uns in Baden vorstellen könnten, Freiwillige über das ESK aufzunehmen und er sagte sofort: „Na klar! Wir wollen zwei!“
Christoph, es ist schon das zweite Mal, dass ihr mit dem ESK Freiwillige aufnehmt – wieso habt ihr euch dazu entschieden, das ESK weiterzuführen?
Christoph: Weil es eine großartige Erfahrung ist! Unsere erste Freiwillige war unglaublich toll! Sie hat die Arbeit von 3-4 normalen Mitarbeiter:innen geleistet! Natürlich muss man auch etwas Arbeit investieren, aber man bekommt wesentlich mehr zurück! Natürlich haben wir die Chance gleich wieder ergriffen, mit dabei zu sein!
Tatev, warum hast du Österreich gewählt? Und warum bist du in Armenien Teil des Roten Kreuzes?
Tatev: Eigentlich, war das erste neue Projekt, dass ich für das ESK gesehen hatte, sogar eines in England. Aber ich entschied mich für das Projekt in Österreich, weil ich gerne eine neue Sprache lernen möchte und es ist immer einfacher, die Sprache im Land selber zu lernen, also entschied ich mich für Österreich.
Und ich bin beim Roten Kreuz in Armenien freiwillig tätig, weil ich glaube, dass jeder Mensch sich freiwillig engagieren sollte. Wir als junge Menschen haben noch so viele Möglichkeiten dazu, also warum nicht? In Armenien war ich Teil des Jugendrotkreuzes und wir haben bei einem Projekt mitgemacht, dass Kindern dabei hilft zu lesen und zu lernen. Es ist einfach wundervoll ihnen etwas geben zu können und man lernt auch so viel von all diesen Erfahrungen und den vielen verschiedenen Menschen und bekommt so unglaublich viel zurück.
Tatev, was gefällt dir am meisten daran, deinen Einsatz mit dem ESK in Baden zu verbringen?
Tatev: Hier sind immer viele Rettungssanitäter:innen und junge Leute um mich herum, was ich wahnsinnig spannend finde! Ich liebe Biologie und meine Eltern sind beide Ärzt:innen, ich habe also immer ein Thema, über das ich mit ihnen sprechen kann. Und Baden ist so eine süße kleine Stadt! Ich fühle mich fast als wäre ich in einem Film! Und es ist auch toll, dass ich hier nicht weit weg von Wien lebe und die Großstadt ab und an besuchen kann.
Christoph, was gefällt dir am meisten daran, Tatev durch das ESK bei euch zu haben?
Christoph: Das ist leicht! Ihre Neugierde und ihre Offenheit!
Tatev & Christoph, was ist für euch eine Herausforderung? Und wie stellt ihr euch diesen Herausforderungen?
Tatev: Mh…hier sprechen nicht so viele Menschen Englisch. Wenn ich im Supermarkt etwas auf Englisch frage, antworten mir die Leute auf Deutsch, aber das verstehe ich ja noch gar nicht! Aber alle hier sind unglaublich freundlich und hilfsbereit – vor allem Christoph – sie helfen mir dabei alle Herausforderungen zu meistern!
Christoph: Natürlich ist die Sprache am Anfang die größte Hürde – vor allem weil wir so viele ältere Menschen hier in Baden haben. Aber wir werden diese Herausforderung zusammen meistern und danach sehen wir weiter.
Und zu guter Letzt: Tatev & Christoph: Welchen Rat würdet ihr jemandem mit auf den Weg geben, der bzw. die gerade darüber nachdenkt, beim ESK mitzumachen?
Tatev: Sei dir bewusst, dass es Schwierigkeiten geben kann, aber um etwas zu lernen musst du dich aus deiner Komfort-Zone heraus bewegen! Sei offen und neugierig! Es ist einfach großartig, neue Perspektiven kennen lernen zu können, während du eine lange Zeit in einem anderen Land leben kannst!
Christoph: Egal welche Bedenken oder Ängste: Tu es! Das ESK hat gemeinsam mit dem Roten Kreuz ein tolles Betreuungssystem und du hast nicht zu verlieren und alles zu gewinnen!