Der Sudanesische Rote Halbmond (SRC) ist auch unter schwersten Bedingungen in den Konfliktgebieten und darüber hinaus operativ. Unterstützung erhält der von den Rotkreuz-Partnern.
Der Sudanesische Rote Halbmond hat seit Beginn des Konfliktes im ganzen Land (Stand Okt. ´23)
• 1.285 Tonnen an Nahrungsmitteln, die vom Welternährungsprogramm bereitgestellt wurden, transportiert und verteilt,
• 100.000 Mahlzeiten und über 37.000 Nahrungsmittelpakete bereitgestellt,
• 24.000 medizinische- und Erste-Hilfe Behandlungen getätigt,
• über 1.300 Krankentransporte durchgeführt
• 18.400 Menschen im Bereich der medizinischen Grundversorgung unterstütz,
• und dringend benötigte medizinische Hilfsgüter sowie wichtige Haushaltsgegenstände verteilt.
• Zusätzlich verstärken 175 Rothalbmond-Freiwillige die Kapazitäten der Krankenhäuser in Khartum.
All dies ist durch das besondere Mandat der Nationalen Gesellschaft, das breite Netzwerk an Freiwilligen im ganzen Land sowie die enge Zusammenarbeit mit allen Elementen der Rotkreuz- und Rothalbmond Bewegung möglich. Die Verhandlungen mit allen Konfliktparteien über den Zugang zu den betroffenen Menschen ist hierfür entscheidend.
Der Generalsekretärin des Sudanesischen Roten Halbmonds, Aida Elsayed, berichtet:
„Mit 40.000 Freiwilligen in 18 Niederlassungen im ganzen Land ist der SRCS die größte humanitäre Organisation im Sudan. Wir arbeiten auf beiden Seiten des Konflikts in voller Übereinstimmung mit den Grundprinzipien und dem Verhaltenskodex des Roten Halbmonds, einschließlich der Verteilung von Nahrungsmitteln in Khartum, wo viele Menschen seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten sind."
Außerhalb des Sudans ist die Präsenz von Mitarbeiter:innen und Freiwilligen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung an den Grenzübergängen von entscheidender Bedeutung. Sie helfen Menschen, die vor dem Konflikt geflohen sind mit psychosozialer Betreuung, Erster Hilfe, Nahrungsmitteln und unterstützen sie bei der Kontaktaufnahme mit zurückgebliebenen Familienangehörigen.
Die Kämpfe im Sudan halten an
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Situation im Sudan
Am 15. April begannen die Kämpfe im Sudan und sie halten weiter an. Die Menschen in Khartum, Darfur und anderen Gebieten leben unter katastrophalen Bedingungen und die humanitäre Lage verschlechtert sich zusehends: Es gibt kaum Zugang zu Wasser und Strom, während die Lebensmittelpreise im ganzen Land in die Höhe schnellen und es an Treibstoff mangelt.
Mit Beginn der Regenzeit steigt die Gefahr, dass durch Wasser übertragbare Krankheiten ausbrechen. In vielen Stadtvierteln wird der Müll nicht mehr abgeholt und in einigen schwer zugänglichen Gegenden, liegen Leichen im Freien. Gleichzeitig haben vielen Menschen keine andere Wahl, als unsicheres Trinkwasser aus dem Nil oder anderen Quellen zu beziehen.
Die anhaltenden Feindseligkeiten haben das Gesundheitssystem des Landes in die Knie gezwungen. Trotz der enormen Anstrengungen des sudanesischen Gesundheitspersonals mussten viele medizinische Einrichtungen ihre Türen schließen. Im Großteil der betroffenen Gebiete sind rund 80 % der Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen nicht mehr funktionsfähig. Dies stellt eine enorme Belastung für die bestehenden Gesundheitsstrukturen dar, die nun sowohl den laufenden Gesundheitsbedarf als auch die große Zahl von Verwundeten und Vertriebenen decken müssen.
Humanitärer Dialog
Das IKRK und der Sudanesische Rote Halbmond überqueren weiterhin die Frontlinien, evakuieren die am stärksten gefährdeten Menschen, helfen bei der Verlegung freigelassener Gefangener und unterstützen Krankenhäuser in und um Khartum, Darfur und anderen Teilen des Sudan. Im benachbarten Tschad unterstützt das IKRK die medizinische Versorgung der Geflüchteten und hilft den Menschen, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen.
Das IKRK führt mit beiden Konfliktparteien einen Dialog über das humanitäre Völkerrecht, um Zugang zu den betroffenen Menschen zu erhalten.
"Zivilist:innen und lebenswichtige Infrastrukturen dürfen nicht angegriffen und sollten jederzeit geschützt werden", so Martin Thalmann, Leiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Sudan. "Die Helfer:innen sollten von allen Parteien die Garantie für den Zugang zu den betroffenen Gebieten erhalten, um humanitäre Hilfe zu leisten. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Versorgung der Krankenhäuser mit lebenswichtigen Gütern, die Bereitstellung von sauberem Wasser und die Wiederherstellung der Stromversorgung."
Ein paar Zahlen
- Etwa 10,7 Millionen Menschen sind derzeit aufgrund von Konflikten im Sudan auf der Flucht, davon 9 Millionen innerhalb des Landes. Damit ist der Sudan die größte Binnenvertreibungskrise weltweit - IOM.
- Etwa 3,5 Millionen Menschen sind seit Mitte April 2023 aus der Landeshauptstadt Khartum vertrieben worden.
- 16 Millionen Menschen im Sudan sind unzureichend mit Nahrungsmitteln versorgt, wobei Darfur die höchsten Werte aufweist - WFP Hunger Map.
- Die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle steigt weiter an, und aus 60 Orten in 11 Bundesstaaten wurden mindestens 10 500 Fälle, darunter 292 Todesfälle, gemeldet.
- Zwischen dem 15. April und dem 15. Dezember 2023 wurden etwa 7 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe erreicht und 5,7 Millionen Menschen erhielten Unterstützung in der Landwirtschaft und bei der Sicherung des Lebensunterhalts.
Seit Beginn der Kämpfe hilft die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung
Der Sudanesische Rote Halbmond
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Das IKRK
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- Evakuierung von 301 Kindern und 72 Betreuern aus dem Maygoma-Waisenhaus in Khartum nach Wad Madani
- 10 Krankenhäuser in Khartum und Umgebung, vier Krankenhäuser in Darfur und sechs Krankenhäuser in anderen Regionen des Sudans wurden mit chirurgischen Hilfsgütern versorgt
- Entsendung eines chirurgischen Teams nach Abeché im Osten des Tschad, um einen Zustrom von Menschen mit Schusswunden zu behandeln, die auf der Suche nach Sicherheit und medizinischer Versorgung aus dem Sudan geflohen waren
- Spende von Medikamenten für die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen in mehreren Gesundheitszentren
- Verteilung von Hygienesets an mehr als 400 vertriebene Familien in Wad Madani
- Ermöglichung von rund 2.600 Telefongesprächen zwischen Familienmitgliedern
- Erleichterung der Freilassung von 125 Gefangenen, darunter 44 verwundete Soldaten, im Zentrum von Khartum nach Wad Madani sowie die Freilassung von 14 Personen in Al Fashir
- Spende von neun Tonnen Chlor an die Wasserbehörde in Khartum, um den Zugang zu sauberem Wasser zu gewährleisten
- Spenden von Leichensäcken und persönlicher Schutzausrüstung (Handschuhe, Masken, Kittel, Overalls, Desinfektionsmittel und Kraftstoff) an den Sudanesischen Roten Halbmond in Khartum
- Spende von 33 Erste-Hilfe-Taschen an den Sudanesischen Roten Halbmond in Khartum
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